Montag, 17. Februar 2020 /
Berlin

Proteste in Russland 2011-2019: Wer, wogegen, wofür?

Dynamik der russischen Protestbewegungen und die Reaktionen des Staates

Urheber/in: Georgi Maler. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Mo., 17. Febr. 2020,
17.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Deutsch
Russisch
Simultanübersetzung
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen
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Die massiven Bürgerproteste des vergangenen Jahres in Russland haben nicht nur im Land für Furore gesorgt, sondern auch in deutschen und europäischen Medien viel Resonanz gefunden. Sie widerlegten die These, dass die russische Gesellschaft seit den harschen Reaktionen der russischen Regierung auf den „Protestwinter“ 2011/12 in Apathie und Resignation erstarrt sei.

Die Motive und Anlässe, die zu Protesten im Moskauer Zentrum, aber auch in vielen Regionen des Landes führten, waren vielschichtig und zahlreich: eine als unzumutbar empfundene Rentenreform, die Nichtzulassung von Kandidaten zur Moskauer Stadtverordnetenversammlung, die Verhaftung eines investigativen Journalisten, neue Gesetze zur Zensur des Internets, geplante Großdeponien für Müll aus Moskau in nördlichen Regionen u.a. Auf die verschiedenen Manifestationen zivilen Unmuts reagierte die Staatsmacht in der Regel mit massiver Repression; in wenigen Fällen wurde konkreten Forderungen nachgegeben.

In zwei Gesprächsrunden analysieren Akteur/innen und Beobachter/innen der Proteste die Entwicklung seit 2011 und mögliche Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede zwischen den Protestbewegungen der Jahre 2011 und 2019. Lassen sich Parallelen zu anderen internationalen Protestbewegungen wie in Chile, Hongkong oder Frankreich erkennen? Ist durch die Proteste der Raum für Politik in Russland größer geworden, in dem über alternative Modernisierungsansätze diskutiert werden kann?

Unsere russischen Gäste bieten aktuelle Informationen aus erster Hand und wollen mit uns diskutieren, welche Perspektiven für Mitbestimmung und Gestaltung in Russland nun denkbar sind.

Mit

  • Grigory Yudin, Moskauer Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
  • Aleksandra Krylenkova, "Arrestanten nach § 212", Moskau
  • Lada Zazykina, Umweltaktivistin, Archangelsk
  • Ekaterina Selezneva, OWD-Info, Moskau
  • Kirill Nenashev, "Prostranstvo politika", Moskau
  • Alexei Kozlov, Solidarus, Berlin

und anderen

 

Die Veranstaltung findet in russischer und deutscher Sprache mit Simultanübersetzung statt.

Sie wird in deutscher und russischer Sprache per Livestream übertragen.

Um Anmeldung wird gebeten.

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit Solidarus – Solidarität mit der Bürgerbewegung in Russland e.V.

Information:
Nina Happe
Referat Ost- und Südosteuropa
Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail: happe@boell.de
Telefon +49 (0) 285 34 - 384

Weitere Informationen