Fachkonferenz Freitag, 17. Januar 2020 – Samstag, 18. Januar 2020 /
Freiburg

Queer Pop

Ein Symposium am Zentrum für Populäre Kultur und Musik, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Rosastraße 17-19, 79098 Freiburg.

Datum, Uhrzeit
Fr., 17. Jan. 2020, 00.00 Uhr  –
Sa., 18. Jan. 2020, 00.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Externe Veranstaltung
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Keynote-Vorträge von

  • Astrid Deuber-Mankowsky, Professorin für Medienwissenschaft und Gender Studies an der Ruhr-Universität Bochum
  • Milla Tiainen, Senior Research Fellow am Department of Gender Studies an der Universität Turku, Finnland

Musikalisches Programm: Sookee (Berlin), Sue Lèwig (Köln).


Popkultur umfasst und bezieht sich auf eine weitreichende Geschichte und zitiert ein großes Repertoire an Arbeiten von sexuell ambiguen Musiker*innen, Filmemacher*innen, Autor*innen, Fotograf*innen und Performer*innen, inklusive aber nicht ausschließlich der Mitglieder verschie-dener LGBTQI*-Communities. Begegnungen mit sexueller Ambiguität auf der Bühne lösen oft Faszination aus. Im alltäglichen Leben in unterschiedlichen sozio-kulturellen Umfeldern wird sexuellem  Formen noch immer feindselig begegnet, was all jene Menschen, die von der weißen, männlichen, heterosexuellen, körperlich-uneingeschränk-ten Norm abweichen,
verletzlich macht. Gesellschaften, welche nicht-normative und nicht-binäre Körperlichkeit stigmatisieren und nicht-heterosexuelle Formen von Begehren marginalisieren, instigieren Gefühle von Scham, Entrüstung, Angst, Scheitern und Depression in queeren, inter-sexuellen und trans* Subjekten.

In den vergangenen fünfzehn bis zwanzig Jahren haben feministische und queere Wissenschaft-ler*innen das politische Gewicht solch „schlechter Gefühle“ mit neuer
Intensität untersucht und im Hinblick auf spezifische Affekte die Frage gestellt, wie negative Affekte produktiv gemacht wer-den können. Feministische und queere Forschung zu Affekten berücksichtigt die befähigenden Momente der Entscheidung, sich nicht von negativen Affekten abzukehren, untersucht kritisch deren Ursprung und erkundet den kreativen Einsatz dieser affektiven Intensitäten. Aus einer marginalisierten Sprech- und Schreibposition heraus bieten queere und feministische Wissenschaftler*innen eine Fülle an klarsichtigen Analysen und Interpretationen kultureller Phänomene.

Im Bereich der Popmusiktheorie ist das Thema der sexuellen Vielfalt seit geraumer Zeit Teil der Diskussion. Heutzutage legen Musiker*innen einen deutlichen Fokus auf Gender und sexuelle Identität. So stellt sich die Frage, wie und in welchem Umfang negative Affekte, ausgelöst durch sozialen Ausschluss, ästhetische Strategien in der Popmusik und Popkultur inspirieren.

Dieses Symposium möchte untersuchen, wie feministische, queere und trans* Musiker*innen, Filmemacher*innen, Fotograf*innen und Performer*innen zur Popkultur
beitragen. Welche Affekte lösen ihre Arbeiten aus, wie und zu welchem Zweck berühren sie ihr Publikum? Wie setzen queere Popstars ihre Berühmtheit, Mode und Performance ein, um mehrdeutige Botschaften über neue Formen von Gender, race, class und Begehren in Umlauf zu bringen und um die Grenz-ziehungen dessen, was als menschlich erachtet wird, erneut zu verhandeln? Welche alternativen, emanzipatorischen Formen Differenz zu leben und sich kreativ auf Differenzerfahrungen zu beziehen, ermöglichen ihre Arbeiten?

Zum Call for Papers (Frist: 15.07.19) geht es hier.

Konzept und Organisation:

  • Dr. Bettina Papenburg, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Medienkulturwissenschaft, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Dr. Kathrin Dreckmann, akademische Studienrätin, Institut für Medien- und Kulturwissenschaft, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf


Veranstalter*in und Veranstaltungsort:
Zentrum für Populäre Kultur und Musik, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Rosastraße 17-19, 79098 Freiburg