Internationale Konferenz Donnerstag, 19. September 2019 – Samstag, 21. September 2019 /
Halle (Saale)

RADIO Activists - offen, unabhängig und kritisch?

Freie Radios als öffentliche Räume in Deutschland, Österreich, Ungarn und international

Urheber/in: Franziska Stübgen/ Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Do., 19. Sep 2019, 18.00 Uhr  –
Sa., 21. Sep 2019, 18.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Aktionstagung – in Halle (Saale) und OnAir!
19.09. - 21.09.2019
Orte:
Zazie Kino, Radio Corax, WUK Theaterquartier

„Freie Radios“ – auch als Community Media bekannt – sind eine Form zivilgesellschaftlicher Medien, die unabhängig, nicht-kommerziell und selbstorganisiert arbeiten. Gemeinsam ist ihnen ein gesellschaftskritischer Ansatz, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf emanzipatorischem und kritischem Journalismus und dem Zugang für Subkulturen und gesellschaftlich marginalisierten Gruppen liegt. Der Tendenz einer zunehmend entfremdeten, gewinnorientierten und entsolidarisierten Medienlandschaft setzen Freie Radios sowohl physische als auch virtuelle Räume der Begegnung entgegen, in denen nicht nur mediale Kompetenzen vermittelt werden, sondern in denen Menschen unabhängig von Herkunft, Status oder Einkommen durch gemeinschaftliches Handeln grundlegende demokratische Werte erlernen und Zugang zur Öffentlichkeit erlangen können. Freie Radios agieren in diesem Sinne mit dem emanzipatorischen Anspruch, gesellschaftliche Gleichheit und individuelle Freiheit zu fördern.

Unsere Aktionstagung geht – OnAir und in Halle (Saale) vor Ort – der historischen Entwicklung der Freien Radioszene in der BRD und der ehemaligen DDR nach. Sie diskutiert die Herausforderungen, unter denen Freie Radios international, europäisch und auch im bundesrepublikanischen Kontext unter den Bedingungen von „shrinking spaces“, des europäischen Rechtsrucks und der zunehmenden Polarisierung politischer Auseinandersetzungen gegenwärtig agieren. Denn der Erfolg rechter Strömungen setzt freie Radioprojekte als offene Räume der Inklusion und Selbstermächtigung überall dort unter Druck, wo autoritäre Gesellschaftsprojekte die Demokratie an sich unter Druck setzen – und das nicht nur international, sondern auch in Europa. Deshalb lohnt ein vergleichender Blick auf die Situation Freier Radios besonders in den Regionen, in denen die Zivilgesellschaft und der freie Zugang zur Öffentlichkeit in Gefahr sind. Zudem fragen wir Radio-Aktivist*innen nach dem bundesrepublikanischen Zugang zu Radio-Öffentlichkeit, loten das Verhältnis von Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit aus und stellen Radio-Praxen von (Gegen)Öffentlichkeit vor.
Informieren – Vernetzen – Austauschen – Wissen teilen
Für: Radio-Enthusiast*innen, Radio-Aktivist*innen, medienpolitisch Engagierte und Interessierte

Anmeldung
Bitte für den 21.09. bis zum 13. September anmelden unter: anmeldung@boell-sachsen-anhalt.de


PROGRAMM
Donnerstag, 19.06.2019
ERÖFFNUNG
18:00-21:00 Uhr, Zazie Kino und Bar (Kleine Ulrichstr. 22)
„Wir bitten nicht länger um Erlaubnis – Geschichten um das Freie Radio Dreyeckland“
Film und Filmgespräch mit:
Jan Bönkost (Archiv der Sozialen Bewegungen Bremen, promoviert zur Geschichte der Piratenradios in der BRD)
Heide Platen (Journalistin und Radiopiratin in Frankfurt)
Dirk Tescher (DDR-Opposition, Verhaftung wegen Verbreitung von RadioPiraten Kassetten)

Freitag 20.09.2019
vormittags, OnAir
Gespräche und Hintergründe zur Situation Freier Radios weltweit (die Programmvorschau folgt in Kürze an dieser Stelle)

10:30 Uhr , Radio Corax
vernetzendes Redaktionsfrühstück zum Thema: Freies Radio und politischer Rechtsruck – Zur Situation in Sachsen
anschließend OnAir: Diskussion mit Teilnehmer*innen zum Thema

13:00-15:00 Uhr, OnAir
OnAir: Fachgespräch mit Medienpolitiker*innen: Herausforderung „Freie Radios“ u.a. mit Dr. Claudia Maicher (MdL, BÜNDNIS 90/DIEGRÜNEN Sachsen, angefragt) Gerald Heere (freier Medienberater, stellvertretender Vorsitzender der Versammlung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM))

19:00-22:00 Uhr, WUK Theater Quartier (Holzpl. 7a)
„Unter Druck – Freie Radios in Ungarn, Österreich und Slowenien“
Podiumsdiskussion mit:
Martin Wassermair (Leitung Politikredaktion Dorf TV, Linz)
Vertreter*in von Radio Student (Slowenien) – t.b.a.
Ákos Cserháti (Geschäftsführer von Civil Radio Budapest, Ungarn)
Michael Nicolai (AMARC Europe, Weltorganisation der Community Radios – Sektion Europa)


Samstag, 21.09.2019 , WUK Theater Quartier (Holzplatz 7a)
10:30-12:00 Uhr
Alles auf Start! Zugang zur Radio-Öffentlichkeit und Repräsentation
Vertreter*in Freies Radio FRATZ (Flensburg) – t.b.a.
Stefan Tenner (Freies Radio Neumünster)
Susan Goldammer (Radio F.R.E.I., Erfurt und Vorstand BFR)

Mittagessen und Vernetzungsmöglichkeiten

13:00-14:30 Uhr
Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit – Perspektiven und Aufgaben
Gespräch mit:
Torsten Liesegang (u.a. Autor des Buches „Öffentlichkeit und öffentliche Meinung: Theorien von Kant bis Marx (1780-1850)“, Würzburg 2004)
Jakob Hayner (Journalist und freier Autor)

Kaffeepause

15:00-17:00 Uhr
Vom Anspruch zur Praxis – Beispiele aus Rostock, Erfurt und Freiburg
Podiumsdiskussion mit:
Vertreter*in des Projekts „Radio Utopia“ (Radio Lohro, Rostock)
Vertreter*in des radioübergreifenden feministischen Sendetags zum 8. März 2019 in Erfurt
Vertreter*innen von Colourful Voices – Netzwerk der Geflüchtetenredaktionen (Freiburg)

Eine gemeinsame Veranstaltung von Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-AnhaltRadio Corax, Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen, Heinrich-Böll-Stiftung MV und Heinrich-Böll-Stiftung im Rahmen des gemeinsamen Verbundprojekts "Shared Spaces - Europäische Dialoge über öffentliche Räume"

Mehr zum Verbundprojekt findet sich hier: https://www.boell.de/de/themen/oeffentliche-raeume