Workshop Samstag, 14. September 2019 – Sonntag, 15. September 2019 /
Berlin

Refugee Chair: Kein Stuhl im reichsten Kontinent?

Entwicklungswerkstatt für das Weltverteilungsspiel

Datum, Uhrzeit
Sa., 14. Sep 2019, 10.00 Uhr  –
So., 15. Sep 2019, 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Die unter verschiedenen Namen bekannte Methode "Weltspiel" oder "Refugee Chair" ist ein bewährtes, aktivierendes Element, um mit TN ins Gespräch über globale Ungerechtigkeiten und deren Zusammenhänge zu kommen. Die Methode will diese sichtbar machen und Gelegenheiten zur Auseinandersetzung der TN mit ihren eigenen (Vor-)Annahmen schaffen. Durch die anschauliche Dekonstruktion dominanter Wissensbestände soll es gelingen, nachhaltig Reflexionsprozesse anzustoßen.
Wichtig ist aber auch, wie es eigentlich zur ungerechten Verteilung von Reichtum und Macht kam. Und hier kann das „Weltspiel“ problematisch sein: Wenn die Geschichte unberücksichtigt bleibt und die Prozesse, die zu den Ungerechtigkeiten führten, nicht benannt werden, wird das Klischee "Afrika ist arm" verstärkt. Der seit Jahrhunderten aus Afrika extrahierte Reichtum wird durch die Logik der Methode unsichtbar gemacht – denn koloniale Geschichte und Kontinuitäten werden bisher nicht thematisiert. Es ist also die Frage: Warum ist im reichsten Kontinent (Afrika) kein Stuhl (die Stühle stehen in der Übung für das Bruttoinlandsprodukt)? Über die Jahre forderte uns diese Lücke heraus, Zusatzmaterial zu entwickeln. Hier setzen wir an.

In der zweitätigen Werkstatt wollen wir
- Fachkräfte zusammen bringen, die Veränderungsvorschläge entwickeln
- kritische Blicke aus Migrationspädagogik und rassismuskritischer Forschung stärken
- Ergänzungsmaterialien zu Refugee Chair präsentieren und reflektieren
- Möglichkeiten geben zur Reflexion eigener Erfahrungen von Bildungsarbeit im Kontext der Methode Weltspiel / Refugee Chair
- als weiteres Bildungsmaterial den Mittelmeerclip von Yorgos Konstantinou vorstellen
- darauf aufbauend pädagogische Impulse und Übungen entwickeln
- Weiterentwicklungsarbeit vereinbaren

Wir möchten zu einer Professionalisierung von Bildungsarbeitenden beitragen sowie zur Klärung eigener Positionen und Handlungsmöglichkeiten in der eigenen Arbeit. Im Format der Werkstatt arbeiten wir gemeinsam mit Fachleuten aus unterschiedlichen Perspektiven kooperativ.

Impulsgebende sind zunächst am ersten Tag Akteure, die die Übung "Weltspiel" bereits weiterentwickelt haben. Sie präsentieren ihre Ziele, Elemente und Erfahrungen. Anschließend werden die Impulse in AGs bearbeitet.
Impulsgebend zur Entwicklung neuer Übungen am zweiten Tag ist der Mittelmeerclip.

Mit: Ezgi Özcan, Jonathan Aikins, Annette Kübler, Beate Flechtker u.a. (vom Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und Joliba e.V.)

Realisiert aus Mitteln der Lottostiftung Berlin.