Montag, 01. Oktober 2007 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Religion und Politik #2: Zivilgesellschaft und Religion

Blick nach Indien – Spaltung und Zusammenhalt im multireligiösen Staat

Es diskutieren:

Swami Agnivesh, Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist, Träger des Alternativen Nobelpreises

Ali Ashgar Engineer, Direktor des Center for the Study of Society and Secularism (CSSS),Träger des Alternativen Nobelpreises

Susanne Schröter, Professorin für Südostasienkunde,Universität Passau

Moderation:
Klaus Voll, Publizist und Indien-Experte, lebt seit 1983 in New Delhi

In Indien leben rund 82 % Hindus und 11% Muslime
sowie 2,5%Christen und 2% Sikhs. Der Laizismus, die
Trennung von Staat und Religion, zählt zu den verfassungsmäßig verankerten Grundrechten. Seit Jahrhunderten leben Menschen verschiedener Glaubensrichtungen zumeist friedlich nebeneinander.

Dennoch flammen immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen verschiedener religiöser Gemeinschaften auf und bedrohen das friedliche Zusammenleben. Die letzten massiven Unruhen traten 2002 in Gujarat auf, als 59 Hindu-Aktivisten in einem Zug verbrannt wurden. Danach eskalierte die Gewalt und forderte etwa 2000 - hauptsächlich muslimische - Opfer.

Dem gegenüber spielen gerade in der indischen Kultur Werte wie Toleranz, soziale Harmonie und friedliches Zusammenleben eine große Rolle, haben ethisch motiviertes Handeln und Gewaltlosigkeit eine große Tradition.

Swami Agnivesh und Ali Ashgar Engineer stehen für diese Kultur und Werte. Sie sind international angesehene Menschenrechtsaktivisten und agieren aus ihren jeweiligen religiösen Überzeugungen heraus.

Was können wir für unsere eigene politische Kultur, für den Umgang mit religiösem Pluralismus aus diesen Traditionen lernen? Aus welcher Quelle schöpfen Gesellschaften verbindliche Werte, und wie können sie begründet werden? Welche Gefahren birgt Religiosität im Kampf um die kulturelle Deutungsmacht?