Donnerstag, 03. April 2008 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Religion und Politik #4: Die Wiederentdeckung der Religionskritik

Alte Argumente oder neue Ansätze?

Als Reaktion auf die Wiederentdeckung des Religiösen im öffentlichen Diskurs sind in jüngster Zeit vermehrt religionskritische Stimmen zu hören. Befeuert werden diese Positionen nicht zuletzt durch die Übersetzung zweier englischsprachiger Autoren, die mit ihren bissigen religionskritischen Schriften schon die amerikanischen Bestsellerlisten eroberten: So sieht der in Oxford lehrende Biologe Richard Dawkins Religion als eine evolutionäre Fehlentwicklung und wirbt für ein naturalistisches Weltbild, während die scharfe Polemik des britischen Journalisten Christopher Hitchens die Befreiung von der `geistigen Sklaverei der Religion` fordert.

Doch sind ihre religionskritischen Thesen wirklich so zeitgenössisch wie sie präsentiert werden oder nur alter Wein in neuen Schläuchen? Weshalb finden Religionskritiker gerade jetzt so starkes Gehör? Und wie werden solche Generalangriffe auf die Religion in Deutschland aufgenommen, zumal die Religionskritik in Ostdeutschland als Ressource und Legitimation für die Etablierung eines hoch ideologisierten wissenschaftlichen Atheismus diente? Wir beleuchten die Wechselwirkungen zwischen religiösen Haltungen, politischem Handeln und kritischem Diskurs.

Mit:
Hubert Cancik, Prof. em. für Religionsgeschichte
Christina von Braun, Prof. für Kulturwissenschaft, HU Berlin
Robert Misik, Journalist (taz) und Publizist 

Moderation:
MarianneZepp , Heinrich-Böll-Stiftung