Donnerstag, 13. November 2008 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Religion und Politik #6

Demokratiefähige Religionen. Religionsfähige Demokratie

Das anhaltende Interesse am Thema „Islam und Demokratie“  speist sich nicht zuletzt aus der verbreiteten Annahme, dass der Islam ein Demokratiedefizit habe und mit liberalen demokratischen Gesellschaftsformen disparat oder zumindest schlecht vereinbar sei.
Autoritäre Regierungen in muslimisch geprägten Ländern werden ebenso als Indizien für diese Position herangezogen, wie Unterschiede in Geschlechterbildern und Rechtsempfinden.

Immer wieder wird auf das Christentum verwiesen, das in der Demokratie angekommen sei. Doch die Kirchen in Mitteleuropa waren keineswegs überall und zu allen Zeiten vehemente Fürsprecher für demokratisches Handeln und einen liberal-demokratischen Konsens.
Wie gestaltete sich ihr jeweils eigener Weg in die Demokratie? Welche strukturellen und inhaltlichen Entwicklungen müssen Religionsgemeinschaften durchlaufen, um die demokratische Verfasstheit
und den Charakter des modernen weltanschaulich neutralen Staats anzuerkennen?

Die Bildung von Parteien scheint eine Lösung zu sein: Die demokratischen Regeln können anerkannt werden; das Konzept von Menschenrechten und die zugrundeliegende politische Philosophie allerdings schöpfen sich aus religiösen Quellen. Kann die Entwicklung der christlichen Parteien in Deutschland und Europa ein Modell für andere Glaubensgemeinschaften sein?

Es diskutieren
Jan-Werner Müller, Politikwissenschaftler, Princeton
Hasret Karacuban, stellv. Sprecherin der Grünen MuslimInnen, Köln

Moderation: Sergey Lagodinsky