Montag, 19. Januar 2009 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Religion und Politik #7

Pro oder Contra Religionsunterricht

Der Countdown läuft: Bis zum 21. Januar muss die Initiative `Pro Reli` in Berlin in einem Volksbegehren 170 000 Unterschriften gesammelt haben.
Ihr Ziel ist ein Volksentscheid zur Änderung des Schulgesetzes. Gefordert wird eine `Freie Wahl zwischen Ethik und Religion`, so der Slogan des Volksbegehrens.
Religionsunterricht soll als Wahlpflichtfach eingeführt werden.  

Egal, wie das Volksbegehren ausgeht, Schule ist zum
Austragungsort für religionspolitische Kontroversen geworden. Ob Kruzifix- oder Kopftuch, ob Lehrinhalte im Biologieunterricht oder  separate Gebetsräume für SchülerInnen - all diese Fragen sind Ausdruck von Spannungen zwischen der weltanschaulich pluralistisch strukturierten Gesellschaft und dem als weltanschaulich neutral definierten Staat in der öffentlichen Institution Schule.
Im Volksbegehren der letzten vier Monate sind in Berlin die Positionen ausgetauscht worden, die Fronten verhärtet.

Die Heinrich-Böll-Stiftung blickt mit ihrer Podiumsdiskussion über den Tag hinaus:
Wie soll Religionsunterricht im Jahre 2015 aussehen? Gibt es Formen von Religionsunterricht, die nicht konfessionell bzw. bekenntniszentriert sind?
Wie kann in einer religiös und weltanschaulich pluralen
Gesellschaft jungen Menschen eine verbindliche Werthaltung vermittelt werden, die nicht im Gegensatz zu religiösen Überzeugungen gerät? Welche Ausbildung brauchen die Lehrkräfte, die einen solchen Unterricht gestalten sollen?

Podiumsdiskussion mit:
Özcan Mutlu (bildungspolit. Sprecher, B'90/Grüne, Berliner Abgeordnetenhaus)
Wanda Alberts (Religionswissenschaftlerin, Uni Bergen, Norwegen)
Josef Göbel (kath. Theologe, Initiative „Christen pro Ethik`, Berlin)
Gesa S. Ederberg, Rabbinerin, Berlin

Moderation:
Sergey Lagodinsky,
Stiftung Neue Verantwortung, Berlin, (ehem. Stipendiat der hbs)