Mittwoch, 12. September 2007 09.30 – 16.15 Uhr In meinem Kalender speichern

Religion und säkularer Staat

Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Entstehung des säkularen Staates mit seiner Trennung von Religion und Politik ist eine grundlegende Errungenschaft der Moderne. Aber auch im säkularen Staat bleiben beide Bereiche aufeinander verwiesen, wobei die institutionelle Ordnung und die Verhältnisbestimmung von Religion und Staat in Europa ganz verschiedene Ausformungen erfuhr. Auf der einen Seite steht das französische laizistische Modell einer strikten Trennung, auf der anderen Seite finden sich staatskirchliche Systeme wie in Großbritannien. Das deutsche System der (hinkenden) Trennung kann hingegen als eigentümliches Mischsystem charakterisiert werden.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das religiöse Feld deutlich verändert. Fortschreitende Säkularisierung, (religiöse) Pluralisierung, Individualisierung und die Notwendigkeit der Integration des Islam stellen das Staat-Kirche-Verhältnis vor neue Herausforderungen. Ist das deutsche Staatskirchenrecht, das in seinen wesentlichen Grundzügen auf die Weimarer Zeit zurückgeht, überhaupt noch zeitgemäß? Brauchen wir nicht vielmehr ein modernes Religionsgemeinschaftsrecht, das die Beziehung von Religion und säkularem Staat neu austariert? Wenn ja, wie sollte dieses beschaffen sein und was können wir hierbei von anderen europäischen Ländern lernen?
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