Freitag, 14. September 2007 18.30 – 20.45 Uhr In meinem Kalender speichern

Religionen und Freiheit - Religiöser Fundamentalismus als gesellschaftliche Herausforderung

Religiöser Fundamentalismus fordert die säkulare Gesellschaft heraus.
 
Ein Konfliktfeld ist die Schule. So hat erst vor wenigen Wochen das Stuttgarter Verwaltungsgericht die Klage bibeltreuer Christen nach Aufhebung der Schulpflicht abgelehnt. Die Eltern hatten sich auf die Glaubensfreiheit berufen und sahen die religiöse Erziehung ihrer Tochter in einer staatlichen Schule nicht gewährleistet. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag auch dem geschützten Interesse des Kindes diene; außerdem habe die Allgemeinheit ein berechtigtes Interesse daran, der Entstehung von religiös oder Weltanschaulich motivierten Parallelgesellschaften entgegenzuwirken und Minderheiten zu integrieren.
 
Aus den Schulen sind Konflikte um die Teilnahme muslimischer Mädchen an Klassenreisen, am (koedukativen) Sport- oder Schwimmunterricht, am Sexualkunde- und Biologieunterricht bekannt.
 
Und die hessische Kultusministerin Wolff (CDU) schlägt vor, die biblische Schöpfungsgeschichte in den Lehrplan des Faches Biologie aufzunehmen.
 
 
Im Karikaturenstreit wurde der Widerspruch zu Meinungsfreiheit, Pressefreiheit offensichtlich.
 
Und immer wieder stehen die Stellung von Frauen und ihre Freiheit im Zentrum der Auseinandersetzung; sei es bei der Frage der Sexualität, des Schwangerschaftsabbruchs, des Kopftuches, bei Zwangsheiraten und Morde im Namen der Ehre.
 
Fundamentalistische Religionen teilen ein rückwärts gewandtes, abgeschlossenes, dualistisches Weltbild, eine homogene Gesellschaftsvorstellung. Eine säkulare, pluralistische Gesellschaft, die ihre Diversität als Reichtum versteht und deren Wertefundament auf der Aufklärung beruht und individuelle Rechte garantiert, muss sich diesen Herausforderungen stellen.