Montag, 07. Juni 2010 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Richard Löwenthal und die Weltanschauungsdiktaturen im 20. Jahrhundert

veranstaltet von `Friedrich Ebert Stiftung`

An der Deutung der beiden durch menschenverachtende Ideologien geleiteten Diktaturen des 20. Jahrhunderts haben sich nicht wenige Zeitgenossen, Publizisten und Wissenschaftler versucht. Der Berliner Politikwissenschaftler Richard Löwenthal (1908–1991) stützte seine Interpretation nicht nur auf die Fähigkeit der brillanten Analyse, sondern ebenso auf die eigene bittere Erfahrung mit den diktatorischen Herausforderungen seiner Zeit – dem Faschismus und dem Bolschewismus.
Mike Schmeitzner zeichnet nach, wie sich Löwenthal als junger Kommunist und Linkssozialist mit diesen Weltanschauungen auseinandersetzte und bereits sehr früh zu klaren, unverwechselbaren Erkenntnissen kam. Ohne die jeweils andere Ideologie und Herrschaft zu bagatellisieren, zu relativieren oder gleichzusetzen, betonte Löwenthal auch während der Studentenrevolte 1968 die besondere Dynamik von Faschismus und Bolschewismus, die er als totalitäre Revolutionen charakterisierte, um sie fundamental von den demokratischen Entwicklungen im Westen abzugrenzen.
Friedrich Ebert Stiftung