- Dienstag, 30. Oktober 2007 – Dienstag, 18. Dezember 2007 In meinem Kalender speichern
Ringvorlesung: Geschlechtsunterschiede - Ein kritischer Austausch zwischen Naturwissenschaften und Geschlechterforschung
Das Zentrum Gender Studies und das Institut für Sozial- und Präventivmedizin veranstalten gemeinsam im Herbstsemester 2007 eine Ringvorlesung zur vieldiskutierten Frage, ob Geschlechtsunterschiede biologisch bedingt sind oder gesellschaftlich-kulturell oder vielleicht auch eine interaktionelle Entstehungsgrundlage haben.
Um diese Frage zu beantworten, muss geklärt werden, ob und von welchen Unterschieden zwischen den Geschlechtern überhaupt auszugehen ist. Gibt es messbare Unterschiede? Welche sind das? Und wie bedeutsam sind sie? Macht es naturwissenschaftlich betrachtet Sinn, von nur zwei Geschlechtern zu sprechen? Erst ab dem 18. Jahrhundert kommt in den westlichen Gesellschaften die heute so geläufige Vorstellung von den natürlichen Geschlechtsunterschieden auf. Weshalb? Und welchen Beitrag leisten die Naturwissenschaften zur Naturalisierung der Geschlechterdifferenzen? Wie sehen ihre Nachweise aus? Von welchen Prämissen gehen sie aus? Von welchem Verständnis von Geschlecht und vom Geschlechtskörper?
In dieser Ringvorlesung soll es jedoch nicht nur um Ergebnisse der Naturwissenschaften und deren Plausibilität und Logik gehen, sondern auch um die kultur- und sozialwissenschaftliche Geschlechterforschung. Wie weit hat sich diese bisher in einen Dialog mit den Naturwissenschaften eingelassen? Wie überzeugend ist es, die Unterschiede zwischen Frauen und Männern meist gesellschaftlich-kulturell und historisch zu erklären? Mit welchem Begriff von Natur, von Körperlichkeit und Materialität wird dabei gearbeitet? Und nicht zuletzt, worin könnten produktive Herausforderungen naturwissenschaftlicher Ergebnisse zu Geschlechtsunterschieden für die Geschlechterforschung liegen? Mit diesen Fragen wird sich die geplante Ringvorlesung in einer thematisch aufeinander aufbauenden Reihe von Vorlesungen beschäftigen. Die Hoffnung ist, dass dabei ein innovativer Schritt in Richtung eines fruchtbaren wechselseitigen Austauschs zwischen naturwissenschaftlicher und kultur- und sozialwissenschaftlicher Geschlechterforschung gelingt.
Termine:
30. Oktober 2007
«Einführung»
Prof. Dr. Andrea Maihofer, Anelis Kaiser (Zentrum Gender Studies, Universität Basel)
PD Dr. Elisabeth Zemp (Institut für Sozial- und Präventivmedizin)
6. November 2007
«Geschlechterkonzepte in Genetik und Hormonforschung, 1890-1940»
Dr. Helga Satzinger (Wellcome Trust Centre for the History of Medicine at UCL, London)
13. November 2007
«What sex is your brain? Popularisierung
naturwissenschaftlicher Ergebnisse zum Thema Gehirn und
Geschlecht»
Dr. Claudia Wendel (Rehabilitationspsychologie, Hochschule Magdeburg-Stendal)
20. November 2007
«Können wir Geschlecht im Gehirn finden?»
Dr. Markus Hausmann
(Department of Psychology, University of Durham)
HD Dr. Sigrid Schmitz
(Genderforschung in Informatik und Naturwissenschaft,
Universität Freiburg)
27. November 2007
«Der Jäger und die Sammlerin als „urgeschichtliches Traumpaar“: Die Naturalisierung moderner Geschlechtermodelle über die Urgeschichte»
Prof. Dr. Brigitte Röder (Institut für Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie, Universität Basel)
4. Dezember 2007
«Mann/Frau in der klinischen Medikamentenforschung:
Objekt und Subjekt»
Prof. Dr. Petra Thürmann (Klinikum Wuppertal)
11. Dezember 2007
«Die Evolution der Geschlechter und ihre Konsequenzen»
Prof. Dr. Dieter Ebert
(Evolutionsbiologie, Universität Basel)
18. Dezember 2007
«Abschliessende Podiumsdiskussion»
Prof. Alexander Grob (Psychologie, Universität Basel)
Dr. rer. nat. Kerstin Palm (Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Humboldt-Universität Berlin)
Prof. Cordula Nitsch (Anatomisches Institut, Universität Basel)
NN (StudentIn, Gender Studies, Basel)
Moderation: Anelis Kaiser
Programm (PDF)
Um diese Frage zu beantworten, muss geklärt werden, ob und von welchen Unterschieden zwischen den Geschlechtern überhaupt auszugehen ist. Gibt es messbare Unterschiede? Welche sind das? Und wie bedeutsam sind sie? Macht es naturwissenschaftlich betrachtet Sinn, von nur zwei Geschlechtern zu sprechen? Erst ab dem 18. Jahrhundert kommt in den westlichen Gesellschaften die heute so geläufige Vorstellung von den natürlichen Geschlechtsunterschieden auf. Weshalb? Und welchen Beitrag leisten die Naturwissenschaften zur Naturalisierung der Geschlechterdifferenzen? Wie sehen ihre Nachweise aus? Von welchen Prämissen gehen sie aus? Von welchem Verständnis von Geschlecht und vom Geschlechtskörper?
In dieser Ringvorlesung soll es jedoch nicht nur um Ergebnisse der Naturwissenschaften und deren Plausibilität und Logik gehen, sondern auch um die kultur- und sozialwissenschaftliche Geschlechterforschung. Wie weit hat sich diese bisher in einen Dialog mit den Naturwissenschaften eingelassen? Wie überzeugend ist es, die Unterschiede zwischen Frauen und Männern meist gesellschaftlich-kulturell und historisch zu erklären? Mit welchem Begriff von Natur, von Körperlichkeit und Materialität wird dabei gearbeitet? Und nicht zuletzt, worin könnten produktive Herausforderungen naturwissenschaftlicher Ergebnisse zu Geschlechtsunterschieden für die Geschlechterforschung liegen? Mit diesen Fragen wird sich die geplante Ringvorlesung in einer thematisch aufeinander aufbauenden Reihe von Vorlesungen beschäftigen. Die Hoffnung ist, dass dabei ein innovativer Schritt in Richtung eines fruchtbaren wechselseitigen Austauschs zwischen naturwissenschaftlicher und kultur- und sozialwissenschaftlicher Geschlechterforschung gelingt.
Termine:
30. Oktober 2007
«Einführung»
Prof. Dr. Andrea Maihofer, Anelis Kaiser (Zentrum Gender Studies, Universität Basel)
PD Dr. Elisabeth Zemp (Institut für Sozial- und Präventivmedizin)
6. November 2007
«Geschlechterkonzepte in Genetik und Hormonforschung, 1890-1940»
Dr. Helga Satzinger (Wellcome Trust Centre for the History of Medicine at UCL, London)
13. November 2007
«What sex is your brain? Popularisierung
naturwissenschaftlicher Ergebnisse zum Thema Gehirn und
Geschlecht»
Dr. Claudia Wendel (Rehabilitationspsychologie, Hochschule Magdeburg-Stendal)
20. November 2007
«Können wir Geschlecht im Gehirn finden?»
Dr. Markus Hausmann
(Department of Psychology, University of Durham)
HD Dr. Sigrid Schmitz
(Genderforschung in Informatik und Naturwissenschaft,
Universität Freiburg)
27. November 2007
«Der Jäger und die Sammlerin als „urgeschichtliches Traumpaar“: Die Naturalisierung moderner Geschlechtermodelle über die Urgeschichte»
Prof. Dr. Brigitte Röder (Institut für Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie, Universität Basel)
4. Dezember 2007
«Mann/Frau in der klinischen Medikamentenforschung:
Objekt und Subjekt»
Prof. Dr. Petra Thürmann (Klinikum Wuppertal)
11. Dezember 2007
«Die Evolution der Geschlechter und ihre Konsequenzen»
Prof. Dr. Dieter Ebert
(Evolutionsbiologie, Universität Basel)
18. Dezember 2007
«Abschliessende Podiumsdiskussion»
Prof. Alexander Grob (Psychologie, Universität Basel)
Dr. rer. nat. Kerstin Palm (Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Humboldt-Universität Berlin)
Prof. Cordula Nitsch (Anatomisches Institut, Universität Basel)
NN (StudentIn, Gender Studies, Basel)
Moderation: Anelis Kaiser