- Donnerstag, 09. Oktober 2008 20.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Rio, Istanbul, Berlin – Schreiben als Reise
Lesung und Podiumsdiskussion
Die Türkei vereinigt eine überbordende Vielfalt an Stimmen. Der Reichtum ihrer Literatur profitiert im hohen Maße vom ethnischen Mix der Metropole Istanbul, dem spannungsreichen Nebeneinander unterschiedlicher Weltanschauungen und Lebensentwürfe an der Wegscheide von Asien und Europa. Die türkische Schriftstellerin Elif Shafak verglich das Leben am Bosporus einmal mit der Reise auf einem großen, lauten Schiff. Die eine Strömung ziehe in Richtung Verwestlichung und Demokratisierung, die andere in Richtung Nationalismus und Isolation. Obwohl die Gefahr einer (politischen) Havarie gerade in den letzten Monaten allgegenwärtig war, wird diese schwankende Befindlichkeit von außen häufig als ästhetischer Gewinn verbucht.
Viele türkische Autorinnen – unter ihnen die diesjährige Böll-Stipendiatin Asli Erdogan sowie Sebnem Isigüzel, die während der Buchmesse als Frankfurter Stadtschreiberin tätig sein wird – suchen bewusst Erfahrungen an anderen Orten und haben diese zu einem virtuosen Spiel von Nähe und Distanz verarbeitet.
Wie beurteilen diese drei Frauen die gegenwärtige Lage ihres Heimatlandes, zerrissen zwischen den politischen Kräften und voller Sehnsucht nach Stabilität? Mit welchen gesellschaftlichen Tabus hat eine Literatur zu kämpfen, die den strengen Blick des Zensors fürchten muss? Und welche Rolle haben insbesondere Autorinnen in einer Situation, in der weibliche Körper gerne in symbolischen Kämpfen benutzt werden?
Viele türkische Autorinnen – unter ihnen die diesjährige Böll-Stipendiatin Asli Erdogan sowie Sebnem Isigüzel, die während der Buchmesse als Frankfurter Stadtschreiberin tätig sein wird – suchen bewusst Erfahrungen an anderen Orten und haben diese zu einem virtuosen Spiel von Nähe und Distanz verarbeitet.
Wie beurteilen diese drei Frauen die gegenwärtige Lage ihres Heimatlandes, zerrissen zwischen den politischen Kräften und voller Sehnsucht nach Stabilität? Mit welchen gesellschaftlichen Tabus hat eine Literatur zu kämpfen, die den strengen Blick des Zensors fürchten muss? Und welche Rolle haben insbesondere Autorinnen in einer Situation, in der weibliche Körper gerne in symbolischen Kämpfen benutzt werden?
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin