- Freitag, 09. Dezember 2011 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
`Rudolf Tschäpe - Ein Porträt`, Präsentation einer Videodokumentation
Am 09. Dezember 2011 um
19.30 Uhr lädt die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg zu der Vorstellung einer
Videodokumentation über Rudolf Tschäpe ein. Die Präsentation findet vor der
Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20.
Jahrhundert in der Lindenstraße 54 in Potsdam statt.
Die etwa 30-minütige
Videodokumentation von Carola Stabe und Stefan Roloff soll das Leben und Wirken
von Rudolf Tschäpe wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken. Sie
sprachen mit FreundInnen und WeggefährtInnen und zeichnen mit den Interviews den
Lebensweg eines Menschen nach, der das Leben in Potsdam entscheidend mitgeprägt
hat. Die Videodokumentation wird auf die Fassade der Gedenkstätte Lindenstraße
54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert, einem ehemaligen
Stasi-Untersuchungsgefängnis, projiziert. Wie durch ein geöffnetes Fenster geben
die erzählten Berichte den Blick frei auf einen Mann, der aufbegehrte,
ermutigte, begeisterte und Verantwortung übernahm. Rudolf Tschäpe, der Gründer
der „Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer politischer Gewalt“, suchte bereits
1988 MitstreiterInnen, um eine sozialdemokratische Partei zu gründen. Er gehörte
ein Jahr später zu den ErstunterzeichnerInnen des NEUEN FORUM.
Gegen viele Widerstände hat der
studierte Physiker Rudolf Tschäpe in der ehemaligen DDR Kunstprojekte
organisiert, wie etwa 1974 eine Ausstellung für den systemkritischen Künstler
Wieland Förster auf dem Telegrafenberg in Potsdam. „Er hat Sachen losgetreten,
die für viele im Gegenwartszustand schon wie legendär erschienen“, sagte der
Maler Hendrik Grimmling über Tschäpe. Nach der Wende widmete sich Rudolf Tschäpe
der Erinnerungskultur. Auf seine Initiative hin wurde die Förster-Skulptur „Das
Opfer“ im Hof der Lindenstraße 54 und zehn Jahre nach dem Fall der Mauer die
Bronzefigur der griechischen Siegesgöttin Nike an der Glienicker Brücke
aufgestellt. 2002 ist Rudolf Tschäpe verstorben.
Die Videodokumentation ist ein Ausschnitt aus einem ausführlichen Internetporträt über Rudolf Tschäpe, das sich aus den vollständigen Interviews mit den ZeitzeugInnen und Bekannten zusammensetzt. Das Porträt wird demnächst auf der Internetseite der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg zu sehen sein.
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Brandenburg