Freitag, 13. November 2020 und weitere /
Hamburg

RÜBERMACHEN: DAS STÜCK

Bürger*innenbühne am Lichthoftheater

Urheber/in: Isabel Machado Rios. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Fr., 13. Nov. 2020,
20.15 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
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Veranstalter/in
Landesstiftung Hamburg

Im Herbst letzten Jahres machten jeweils neun Hamburger*innen und neun Hallenser*innen „rüber“. Sie begegneten sich zu „interkulturellen Trainings“ im WUK Theater Quartier in Halle und am LICHTHOF Theater in Hamburg. Aus den Erfahrungen dieser Begegnung entstehen zwei Stücke. Die Figurentheater-Stückentwicklung „Ausreise“ in Halle und das Bürger*innenbühnen-Projekt „Rübermachen: Das Stück“ in Hamburg.

30 Jahre nach dem Mauerfall müsste es längst stehen: das Freiheits- und Einheits-Denkmal am Berliner Humboldt-Forum. Doch eine Schar von Fledermäusen hält den Sockel besetzt, auf dem dieses millionenschwere Symbol eigentlich zeigen sollte, dass zwischen Ost und West alles im Gleichgewicht ist. Was treibt die fliegenden Säuger um? Erheben sie womöglich Einspruch gegen das Denkmal? Und ist uns die Verzögerung des Baus nicht insgeheim recht, weil wir gar nicht wissen, woran wir uns erinnern wollen? Was vor 30 Jahren geschah, wurde in Ost und West vollkommen unterschiedlich erlebt – ist es überhaupt möglich, dafür ein gemeinsames Symbol und eine gemeinsame Erzählung zu finden?

Die Hamburger Rübermacher*innen nehmen die Sache mit dem Denkmal nun selbst in die Hand – sie müssen sich bloß noch einigen.

Eine Produktion des LICHTHOF Theaters im Rahmen des Kooperationsprojekts „Rübermachen“ mit dem WUK Theaterquartier in Halle.

Von und mit: Sigrid Flade, Ulf Haase, Björn Jensen, Miriam Lambertz, Ulla Liedtke, Evelyn Kiok, Hanna Nebgen, Ulrike van der Ven, Rudi Wedekind / Konzept und Text: Dagrun Hintze / Regie: Meera Theunert / Regieassistenz: Nina Reiprich / Dramaturgie: Anja E. Redecker, Nina Reiprich / Bühne: Lukas Fries / Kostüm: Lola Carola Schmid / Bühnen- und Kostümassistenz: Esther von der Decken / Musik und Sounddesign: Martin Baumgartner / Chorleitung: Marc Aisenbrey / Lichtdesign: Sönke C. Herm

Unterstützt von der Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg

Gefördert durch: Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Fonds Darstellende Künste, LICHTHOF Stiftung

Termine

Am 13.11. + 14.11. + 15.11. zeigt das Lichthof Theater „Rübermachen: Das Stück“ als Stream.

Tickets über die Homepage des Lichthoftheaters

 

Mehr Hintergrund:

 

Blühende Landschaften wurden versprochen. Und dass zusammenwachsen würde, was zusammen gehört. Fast 30 Jahre nach der Wende müssen wir feststellen: Es ist anders gekommen. Die Spaltung, die unsere Gesellschaft durchzieht, verläuft auch entlang der ehemals innerdeutschen Grenze. Nicht erst seit Chemnitz stehen Westdeutsche dem Osten ratlos gegenüber und wünschen sich insgeheim immer öfter die Mauer zurück. Ostdeutsche fragen sich, warum ihre Lebensleistung so selten eine Rolle spielt und Führungspositionen von Wessis besetzt werden, während Autor Uwe Tellkamp „das Ostdeutsche“ gleich als neue Identitätskategorie beschwört.

Das Projekt RÜBERMACHEN bejaht, dass sich in den Jahrzehnten der deutschen Teilung zwei unterschiedliche Kulturen herausgebildet haben. Mit den Mitteln des interkulturellen Trainings und des partizipativen Theaters will es Ost und West ins Gespräch bringen, Verständnis füreinander wecken und hier wie dort den Perspektivwechsel wagen.

Genau hier setzte 2019 „RÜBERMACHEN – Ein interkulturelles Training für Ost- und Westdeutsche mit 30 Jahren Verspätung“ an. Das LICHTHOF Theater startete einen Austausch mit dem WUK Theater Quartier in Halle an der Saale. In Hamburg und in Halle wurden per öffentlicher Ausschreibung jeweils 9 Teilnehmer*innen für das Projekt gesucht, die Interesse an einem Ost-/West-Kulturaustausch mitbringen und Lust haben, mit ihren neugewonnenen Erfahrungen am Ende auch auf der Bühne zu stehen. Hier wie dort fand für alle 18 Teilnehmer*innen jeweils ein Wochenend-Workshop statt. Außerdem schickten beide Theater jeweils eine*n Autor*in und eine*n Regisseur*in ins Rennen, die an den interkulturellen Trainings teilnehmen, um daraus Material für die späteren Theateraufführungen zu gewinnen.

Konzipiert und geleitet wurden die interkulturellen Trainings von einem Trainer*innen-Tandem von dock europe e.V., einem internationalen Bildungszentrum mit Sitz in Hamburg. Eine Trainer*in stammt aus West-, der*die andere aus Ostdeutschland.

Nach den gemeinsamen Workshops begann die zweite Phase des Projekts: Die künstlerischen Teams in Hamburg und in Halle entwickeln mit ihren 9 Teilnehmer*innen auf Grundlage der gewonnenen Erfahrungen jeweils eine Theateraufführung.