Freitag, 20. Januar 2012 10.00 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern

»Sachsens Demokratie«?

Tagung zu Demokratischer Kultur und Erinnerungskultur, Medienlandschaft und Überwachungspolitik in Sachsen

Gibt es eine spezielle »Sächsische Demokratie«? Nach dem rüden Vorgehen der Polizei während der Demonstrationen gegen den Nazi-Aufmarsch am 19. Februar 2011, nach dem Bekanntwerden der massenweisen Handyüberwachung bei den Demonstrationen am 19. Februar 2011 und weiteren rechtsstaatlich fragwürdigen Skandalen war das Stichwort »Sächsische Demokratie« wiederholt in deutschen Medien zu vernehmen. Unsere Tagung fragt, wie es in einzelnen Bereichen um die demokratische Kultur und die demokratischen Grundrechte in Sachsen bestellt ist und inwiefern sich Sachsen von anderen Bundesländern unterscheidet. Gibt es eine spezielle Sächsische Demokratie? Worin besteht sie? Wer sind die politischen Akteure, die Sachsen in den Zusammenhang mit besonders restriktiven staatlichen Maßnahmen, besonders wenig Respekt vor den individuellen Freiheitsrechten, besonders wenig Vertrauen in Zivilgesellschaft gebracht haben? Was sind die Konsequenzen für politisches und zivilgesellschaftliches Handeln?

Veranstalter sind Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung  und das Kulturbüro Sachsen, die damit die Reihe der Januartagungen von 2010 (»Gibt es Extremismus?«) und 2011 (»Ordnung und Unordnung (in) der Demokratie«) fortsetzen.

Nach einem einführenden Blick auf Sachsen von der Journalistin Christiane Kohl (Süddeutsche Zeitung), diskutieren wir diese grundsätzlichen Fragen an drei Beispielen in Workshops. Dabei geht es um die Medienlandschaft in Sachsen und ihre Rolle bei der kritischen Begleitung staatlichen Handelns, um Erinnerungskultur und Demokratie und natürlich um Überwachung und staatliche Restriktionen in der Auseinandersetzung mit neonazistischen Demonstrationen in Sachsen.
Das Abschlusspodium diskutiert diese Fragen noch einmal mit Journalist_innen aus Sachsen und darüber hinaus.

Eingeladen sind vor allem Personen, Initiativen und Einrichtungen, die sich für demokratische Kultur engagieren, die zu Zeitgeschichte in Sachsen arbeiten, die sich kritisch mit Überwachung und Datenschutz beschäftigen und natürlich Journalistinnen und Journalisten.

Workshop 1
Erinnerungspolitik im lokalen Kontext  -
Seismograph für den Zustand der
demokratischen Kultur
mit:
Solvejg Höppner und Franz Hammer arbeiten im Mobilen Beratungsteam des Kulturbüro Sachsen e. V. und haben Projekte in diesem Themenfeld beraten und begleitet. Darüber hinaus engagieren sich beide ehrenamtlich in sächsischen Projekten zur Erinnerungskultur.

Workshop 2
Handygate
oder Der Staat hat seine Waffen gezeigt
Eingangs wird MdL Johannes Lichdi noch einmal konkret zu den Observationen einführen, Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen moderiert. Beide bringen jahrelange Kenntnisse zur Dresdner gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung aus eigenem Erleben, aber durchaus verschiedenen Perspektiven und Schwerpunktsetzungen mit.

Workshop 3
Medien und demokratische Kultur
Mit den Journalistin Jennifer Stange und der Journalist Christian Werner in ihrem Workshop zu »Demokratische Kultur und Medien in Sachsen« mit den Teilnehmer_innen diskutieren. In die Diskussionen fließt eine Analyse ein, welche die Berichterstattung von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, der Tageszeitung (taz) und Süddeutscher Zeitung zum Thema »Handygate« miteinander vergleicht.

Details auf dem Flyer, der auch als Download zur Verfügung steht.
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