Konferenz Montag, 14. Mai 2018 in
Berlin

Schlüsseljahr 1968 - Ein Aufbruch? Woran in Ost- und Südosteuropa erinnert wird

7. Europäisches Geschichtsforum

Urheber/in: Arinda Craciun. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Mo., 14. Mai 2018,
15.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Deutsch
Englisch
Russisch
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

1968 ist in den meisten Ländern Westeuropas, v.a. in Frankreich und Deutschland, eine semantische Chiffre für eine tiefe gesellschaftliche Zäsur. Mit diesem Jahr wird eine ganze Generation von Menschen verbunden, deren Protest sich gegen autoritäre Strukturen in Staaten und Gesellschaften richtete und eine umfassende Erneuerung der Verhältnisse nach Maßgabe verschiedener linker Theorien einklagte.

In den post-sozialistischen Ländern Ost- und Südosteuropas wird 1968 – wenn überhaupt – erinnert als das Jahr der Niederschlagung des Prager Frühlings, mit unterschiedlich weitreichenden Resonanzen in den Systemen und Gesellschaften der Warschauer Pakt-Staaten und Jugoslawiens. Oft wird die These vertreten, dass es 1968 im Sinne einer Erneuerung gesellschaftlicher Werte und politischer Kultur in diesem Teil Europas nicht gegeben habe und sich daraus auch viele heutige Dissonanzen im Verhältnis zwischen Ost- und Westeuropäern ableiten ließen. Doch kulminierten 1968 auch in Ost- und Südosteuropa jugendliche Emanzipationsbewegungen, an die heute unter ganz anderen politischen Bedingungen kaum mehr erinnert wird.

Das diesjährige Europäische Geschichtsforum dokumentiert die unterschiedlichen offiziellen und inoffiziellen Formen der Erinnerung an 1968 in Ost-, Südost- und Westeuropa. Wozu wird in den einzelnen Ländern geforscht, woran erinnert, was wird verdrängt? Welche Mythen werden mit 1968 verbunden? Inwieweit ist der Akzent der Protestbewegungen auf menschliche Freiheit und Individualität heute anschlussfähig? Steht 1968 wirklich für eine politisch-kulturelle Trennung Europas, deren Folgen für ein besseres Verständnis der Gegenwart analysiert werden müssen?

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Die von der Heinrich-Böll-Stiftung und ihrem russischen Partner, dem Wissenschaftlichen Informationszentrum Memorial, gemeinsam begonnene Initiative „Europäisches Geschichtsforum“ hat das Ziel, v.a. jüngeren Historiker/innen, Mitarbeiter/innen von Museen, Medien und Nichtregierungsorganisationen aus Ost-, Südost- und Westeuropa die Gelegenheit zum Austausch zu geben. So soll ein gesamteuropäischer Diskurs zu Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik vorangebracht werden. Das Forum richtet sich zugleich an alle, die sich beruflich, ehrenamtlich oder privat kritisch mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts und ihrer Vermittlung beschäftigen.

Die Konferenz wird in deutscher, englischer und russischer Sprache (jeweils zu verstehen als Lingua franca) mit Simultanübersetzung stattfinden.

Mit der Bitte um Anmeldung bis spätestens 04. Mai unter dem Anmeldelink.

Eine Teilnahmegebühr fällt nicht an.

Information:
Nina Happe
Heinrich-Böll-Stiftung
Projektbearbeiterin Ost- und Südosteuropa
E: happe@boell.de
T: +49 (0) 30 285 34 384

Weitere Informationen