Montag, 30. Mai 2011 19.30 In meinem Kalender speichern

Schluss mit Hungerlöhnen in den Nähfabriken - Arbeitsbedingungen bei Sportbekleidungsherstellern

Im Rahmen der `Bleib am Ball`-Ausstellung


Die Christliche Initiative Romero (CIR) tritt vor dem Hintergrund der anstehenden Frauen-Fußball-WM am 23. Mai eine Informationsreise durch Deutschland an. Im Rahmen der Rundreise, die bis zum 4. Juni dauert, wird die salvadorianische Arbeitsrechtsanwältin Marilyn Sanchez, Mitarbeiterin der Frauenorganisation Mujeres Transformando (MT), über Arbeitsalltag und Arbeitsrechtsverletzungen in der Sportbekleidungsfabrik Ocean Sky berichten. Diese produziert in El Salvador u.a. für Puma und adidas/reebok. Die Christliche Initiative Romero wird die Rundreise dazu nutzen, adidas Forderungen zu unterbreiten, die auf das Zahlen eines existenzsichernden Lohns in seinen Fertigungsstätten abzielen. Marylin Sanchez ist seit fünf Jahren als Anwältin für Arbeitsrecht in der Frauenorganisation Mujeres Transformando beschäftigt. Die 32-Jährige arbeitet vor allem mit Maquilaarbeiterinnen und Heimarbeiterinnen, die den Nähfabriken zuarbeiten. Sie gibt Rechtsberatung und begleitet die Arbeiterinnen bei Arbeitsrechtsverletzungen zum Arbeitsministerium oder zum Gericht. Sie war an der Erstellung des Berichts über die Arbeitsrechtsverletzungen in der Sportbekleidungsfabrik Ocean Sky stark beteiligt.

Mujeres Transformando ist eine Frauenorganisation in San Salvador, die sich schwerpunktmäßig für die Einhaltung von Arbeitsrechten in den Weltmarktfabriken einsetzt. Außerdem schult sie Frauen und Jugendliche in politischer Bildung und fördert Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität von Frauen.

Erzwungene Überstunden, Hungerlöhne, die Kinder vernachlässigt, mit 35 kaputt gearbeitet – das ist der traurige Alltag von Millionen von Frauen, die weltweit Sport-Bekleidung herstellen. Sie nähen für bekannte Marken wie adidas oder Puma. Doch ihr Leben hat nichts mit dem Glanz der Werbewelt zu tun, für die adidas oder Puma jedes Jahr viele hundert Millionen Euro investieren. Die Näherinnen sind die Kehrseite der Medaille: Ausgebeutet, entrechtet, diskriminiert. Während die Gewinnsummen der Sportartikelhersteller immer weiter in den Himmel steigen, wissen Tausende von Näherinnen nicht, wie sie im Monat über die Runden kommen sollen. Der Lohn der Arbeiterinnen in den Produktionsländern für Sportbekleidung ist so niedrig, dass für sie kein Weg aus der Armut führt, so hart sie auch schuften. Arbeitsrechtsverletzungen sind Alltag. Marilyn Sanchez aus El Salvador berichtet aus erster Hand über Arbeitsrechtsverletzungen in der Fabrik `Ocean Sky`. Hier wird unter anderem für Puma und adidas/ Reebok genäht.
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