- Freitag, 29. Oktober 2004 – Sonntag, 31. Oktober 2004 In meinem Kalender speichern
Schmitten: Nahostkonflikt und Antisemitismus
Seit dem Beginn der 2. Intifada im Herbst
2000 ist in Europa, und besonders in
Ländern mit großen arabischen
Immigrationsgemeinschaften,
ein dramatischer Anstieg von Gewaltakten
gegen Juden und jüdische Einrichtungen zu
verzeichnen. Die Vermutung liegt nahe, dass
ein Zusammenhang mit der
Zuspitzung des Nahostkonflikts
besteht. Wie aber ist dieser Zusammenhang
genauer zu bestimmen
und zu verstehen?<br><br>
Diese Frage wird derzeit häufig zu
vordergründig beantwortet. Von der einen
Seite wird behauptet, der Nahostkonflikt,
genauer: die israelische Politik sei
für das Anwachsen des Antisemitismus
verantwortlich. Eine friedliche Regelung
des Konflikts würde auch zu einem Rückgang
des Antisemitismus beitragen.
Dem wird entgegengehalten, der
Antisemitismus in Europa und arabischen
Ländern schüre den Nahostkonflikt, denn
hinter "anti-israelischer Kritik" verberge
sich lediglich "alter Antisemitismus in
neuem Gewand".<br><br>
Wir fragen genauer nach:<br>
nach der Interaktion von Menschen
jüdischen, christlichen und muslimischen
Glaubens, nach der Geschichte des
Antisemitismus in der arabischen Welt, nach
den Erkenntnissen der
Antisemitismusforschung über
Judenfeindschaft in Europa. Versteckt
sich ein "neuer Antisemitismus" hinter Kritik
an Israel? Oder wird der
Antisemitismusvorwurf instrumentalisiert,
um israelische Politik zu legitimieren?<br><br>
Wir erwarten uns von den ReferentInnen aus
Europa und aus dem Nahen Osten
Informationen aus erster Hand und die
sachliche Diskussion dieses emotional
hoch aufgeladenen Fragenkomplexes.<br><br>
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- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin