Donnerstag, 03. November 2005 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Schönheitsoperationen und Selbstwahrnehmung

“Noch ist es bei deutschen Eltern nicht Mode, ihren Töchtern zum 18. Geburtstag eine neue Nase oder Brust zu schenken“, schrieb die Zeit-Aurtorin C. Butta im Januar 2002. Doch die Entwicklung ist rasant, in der ein böser Witz erwünschte Wirklichkeit wird. Inzwischen sehen wir vom Wohnzimmersessel aus zu, wie Körperteile junger oder älterer Frauen vor laufender Kamera zerschnitten und präpariert werden. Das Angebot, durch chirurgische Eingriffe die Angst zu mildern, fehlerhaft zu sein, ist nur ein neues Blatt im Katalog des medizinischen Supermarkts und jedes Angebot sagt: „Du bist nicht gut genug!“ Wie kam es dazu, dass Frauen, die doch vor wenigen Jahrzehnten die Medizinerschaft scharf kritisierten, zu umworbenen Klientinnen eines riesigen Gesundheitsmarktes geworden sind? Wie lässt sich erklären, dass Frauen, denen nichts fehlt, im Namen ihrer Selbstbestimmung zu Kundinnen eines Betriebes wurden, der ihnen kränkende Prozeduren aufschwatzt? <br> <br> mit:<br> <b>Prof. Dr. Barbara Duden</b><br> <br>
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