Sonntag, 19. September 2010 15.30 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Silber statt Blei

Zu Drogenökonomie und Drogenkultur in Mexiko

Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem Internationalen Literaturfestival Berlin und dem Instituto Cervantes Berlin

Mit:

Moderation: Anne Huffschmid, Publizistin und Kulturwissenschaftlerin

Trotz des Einsatzes von Militär und Polizei ist es der Regierung Calderón nicht gelungen, die Macht der Drogenkartelle zu brechen. Seit 2006 sind dem Krieg gegen die Narcos – die Drogenmafia – 23.000 Menschen zum Opfer gefallen. Die Mehrheit der Bevölkerung Mexikos glaubt sogar, Calderón werde „diesen Krieg verlieren“. Die Regierung müsse vor allem die Finanzstruktur der Kartelle angreifen, Korruption bekämpfen und die Justiz reformieren, fordert der Jurist und Ökonom Edgardo Buscaglia. Er lehrt und forscht zu den Zusammenhängen zwischen Drogenökonomie, Korruption und den Gefahren für die Demokratie.

Dem Autor und Literaturprofessor Élmer Mendoza aus Sinaloa im Norden Mexikos ist es gelungen, die Auswirkungen der sog. Narco-Kultur – der Kultur der Drogenmafia – auf das Alltagsleben in Mexiko realitätsnah wieder zu geben. Ein Beispiel für diese „Narco-Kultur“ sind die sog. Narcocorridos, populäre Lieder, die die Drogenbosse verherrlichen. In seinem auch auf Deutsch erschienenen Kriminalroman „Silber“ beschreibt er, wie diese „Narco-Kultur“ die mexikanische Gesellschaft beeinflusst und dabei immer populärer wird.