Online-Diskussion Donnerstag, 21. Januar 2021

Soziale Bewegungen und die Umweltfrage: von den Spontis bis Ende Gelände

Urheber/in: Stefanie Busch. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Do., 21. Jan. 2021,
19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
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Die Besetzung des Dannenröder und des Hambacher Forstes hat in den letzten Monaten die enge Verknüpfung von Umweltschutz und den Widerstand gegen kapitalistische Verwertungslogiken gezeigt. Im Onlinevortrag wollen wir uns aus diesem Grund mit einem historischen Vorläufer der heutigen Umweltbewegung, den Spontis, auseinandersetzen und diskutieren.

In den 1970er Jahren stellten die Spontis als politische Bewegung eine der wichtigsten Strömungen der undogmatischen Linken in der BRD dar. Im Angesicht lokal unterschiedlicher Kämpfe und Herausforderungen teilten sich die verschiedenen Strömungen der Spontis auf. Aktivist*innen wurden Teil der Frauenbewegung, der Autonomen oder fanden sich in der Partei Die Grünen zusammen. In den Spontis manifestierte sich dabei eine ideologische, und teilweise personelle, Verbindung zwischen den Protesten der 68er und den Neuen Sozialen Bewegungen in den 1980er Jahren unter anderem der Umweltbewegung.

Die Forderungen der Spontis richten sich auf diverse gesellschaftliche Herausforderungen. Heute jedoch werden soziale Missstände und die Herausforderungen durch Klimawandel und Umweltverschmutzung häufig als widersprüchliche Probleme artikuliert bzw. politisch bearbeitet. Umso relevanter erscheint es aus der historischen Perspektive auch einen Blick auf heutige Umweltbewegungen zu werfen.

In einem Vortrag von Sebastian Kasper (Buch "Spontis. Eine Geschichte antiautöritärer Linker im roten Jahrzehnt") erfahrt Ihr zuerst mehr über die Bewegungsgeschichte der Spontis. In einem Kommentar wird Marcel Langer die Bezüge der Spontis auf die Umweltfrage mit den heutigen Forderungen von Ende Gelände und Fridays for Future in Beziehung setzen. 

ZEIT: 21. Januar // 19.30 Uhr
ORT: digitale Veranstaltung --> Zugang

 

Dr. Sebastian Kasper: Promovierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg über den Wandel der Spontis in den 1970er Jahren und arbeitet heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Museum.
Kasper, Sebastian: Spontis. Eine Geschichte antiautoritärer Linker im roten Jahrzehnt. Münster  2019.
ISBN 978-3-96042-049-1

Marcel Langer ist Mitarbeiter am Sorbischen Institut und forscht zu Aushandlungsprozessen im Kontext von Mensch-Umweltbeziehungen in der Lausitz. Dies beinhaltet auch die Konflikte um Kohleabbau und die dortige Landschaftszerstörung.