- Dienstag, 24. November 2009 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Stadtportäts #2
Lagos geht unter. Eine Megacity im Klimawandel
Lagos, einst das „Venedig
Afrikas“, liegt mit dem größten Teil seiner Landfläche nur knapp über dem
Meeresspiegel. Wenn den Prognosen der Klimaexperten zufolge der Meeresspiegel ansteigt,
versinken große Teile der Megastadt unter Wasser.
Millionen Menschen werden betroffen sein – wie viele ist schwer zu sagen.
Schon heute leben 15 bis 17 Millionen Einwohner in Lagos. Bis 2025 sollen es 25 Millionen sein.
Das Hyperwachstum übersteigt schon jetzt die Kapazitäten der Infrastruktur. In unzähligen „shanty towns“ – informellen Siedlungen - beziehen stündlich neue Bewohner die aus Wellblech zusammengebauten Räume. Sie kommen in der Hoffnung, im Handelszentrum des Landes ihr Glück zu finden und kurven mit ihren „Okadas“, den gelben Mofa-Taxis, durchs Verkehrschaos. „Area boys“, in Banden organisierte Jugendliche, nehmen ihnen das Geld ab und in den kleinen Zimmern schlafen sie bald im Schichtwechsel mit vier bis fünf anderen Zuwanderern. Daneben präsentiert sich der Reichtum: die Villen, Firmenbüros und das Showbizz von Nollywood.
Mega-Aufgaben angesichts der Müllberge, der mangelnden Strom- oder Trinkwasserversorgung, den täglichen Staus, Überflutungen und Smogwolken über der Stadt. Sisyphosarbeit für Städteplaner?
Die Stadtregierung hat unter dem Gouverneur Babatunde Fashola zwar hoffnungsvolle Entwicklungsprogramme aufgelegt, wie etwa die Einführung eines öffentlichen Bussystems. Doch die futuristischen Visionen der Politiker setzen weiter auf ökonomisches Wachstum und blenden ökologische Hindernisse aus.
Die „einfachen“ Bewohner der Stadt hingegen bleiben in unzähligen Kämpfen des Alltags gefangen. So stellt sich keiner offen die Frage nach der auf alle zukommenden, klimabedingten Überflutung. Und gleichsam trifft man gerade in dieser Stadt, in der die Menschen weniger das Gefühl des „ownership“ als das der Zugehörigkeit kennen, auf ein gewaltiges Potential, mit Veränderungen umzugehen.
Trifft es zu, dass sich das Bewusstsein über die Notwendigkeit urbaner Anpassungsstrategien nur langsam entwickelt? Wie genau wirkt der Klimawandel auf die Megastadt? Welche Optionen hat Lagos überhaupt, sich anzupassen? Welche Lösungsmodelle lassen sich entwickeln?
Millionen Menschen werden betroffen sein – wie viele ist schwer zu sagen.
Schon heute leben 15 bis 17 Millionen Einwohner in Lagos. Bis 2025 sollen es 25 Millionen sein.
Das Hyperwachstum übersteigt schon jetzt die Kapazitäten der Infrastruktur. In unzähligen „shanty towns“ – informellen Siedlungen - beziehen stündlich neue Bewohner die aus Wellblech zusammengebauten Räume. Sie kommen in der Hoffnung, im Handelszentrum des Landes ihr Glück zu finden und kurven mit ihren „Okadas“, den gelben Mofa-Taxis, durchs Verkehrschaos. „Area boys“, in Banden organisierte Jugendliche, nehmen ihnen das Geld ab und in den kleinen Zimmern schlafen sie bald im Schichtwechsel mit vier bis fünf anderen Zuwanderern. Daneben präsentiert sich der Reichtum: die Villen, Firmenbüros und das Showbizz von Nollywood.
Mega-Aufgaben angesichts der Müllberge, der mangelnden Strom- oder Trinkwasserversorgung, den täglichen Staus, Überflutungen und Smogwolken über der Stadt. Sisyphosarbeit für Städteplaner?
Die Stadtregierung hat unter dem Gouverneur Babatunde Fashola zwar hoffnungsvolle Entwicklungsprogramme aufgelegt, wie etwa die Einführung eines öffentlichen Bussystems. Doch die futuristischen Visionen der Politiker setzen weiter auf ökonomisches Wachstum und blenden ökologische Hindernisse aus.
Die „einfachen“ Bewohner der Stadt hingegen bleiben in unzähligen Kämpfen des Alltags gefangen. So stellt sich keiner offen die Frage nach der auf alle zukommenden, klimabedingten Überflutung. Und gleichsam trifft man gerade in dieser Stadt, in der die Menschen weniger das Gefühl des „ownership“ als das der Zugehörigkeit kennen, auf ein gewaltiges Potential, mit Veränderungen umzugehen.
Trifft es zu, dass sich das Bewusstsein über die Notwendigkeit urbaner Anpassungsstrategien nur langsam entwickelt? Wie genau wirkt der Klimawandel auf die Megastadt? Welche Optionen hat Lagos überhaupt, sich anzupassen? Welche Lösungsmodelle lassen sich entwickeln?
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin