Film und Gespräch

Donnerstag, 19. Mai 2022 19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Film und Gespräch

Still Stuck: Andauernde Gewalt an der bosnisch-kroatischen Grenze

Kurzfilmabend & Gesprächsrunde
Das bosnisch-kroatische Grenzgebiet ist weiterhin ein Hotspot der humanitären und politischen Katastrophe auf der sogenannten Balkanroute. Schutzsuchende (People on the Move) müssen immer noch unzählige Versuche unternehmen, die Grenze zu überqueren. Jeden Tag werden Menschen gewaltsam durch kroatischen „Grenzschutz“ illegal nach Bosnien zurückgeschoben (Pushback) ohne die Möglichkeit, einen Asylantrag zu stellen. Stattdessen sind sie systematischer Gewalt gegenüber ihrem Körper und der Verletzung ihrer Menschenrechte ausgesetzt. Viele Menschen, die gezwungen sind in Bosnien zu bleiben, befinden sich angesichts der politischen Komplexität und der Dysfunktionalität des Landes ohne angemessene Unterstützung in einer Art "Limbo", aus dem es keinen Ausweg gibt.

Der Kurzfilm “Near our Border” von Martina Troxler und Pina Miggelbrink von Blindspots thematisiert die systematischen gewaltvollen und illegalen Pushbacks des kroatischen Grenzschutzes und gibt einen Einblick die Lebenssituation von People on the Move und der lokalen Bevölkerung im bosnisch-kroatischen Grenzgebiet.
In einer anschließenden Gesprächsrunde mit Aktivist*innen, Jurist*innen und Politiker*innen wollen wir über die humanitäre und politisch gewollte Krise an der EU- Außengrenze ins Gespräch kommen und über aktuelle Entwicklungen sprechen.

Referent*innen

Krsto Lazarevic ist Podcaster und arbeitet im Büro von Erik Marquardt (Mitglied des Europäischen Parlaments, Bündnis/DIE GRÜNEN). Er beschäftigt sich mit den Themen Flucht und Migration und dabei insbesondere mit der Lage von Geflüchteten auf der sogenannten Balkanroute. Gemeinsam mit Danijel Majic macht er den Podcast "Neues vom BallaballaBalkan".

Lina Urbat ist beim Verein Blindspots als Koordinatorin im bosnischen Grenzgebiet aktiv. Ihr Fokus ist die Vernetzung und Kooperation zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Aktivist*innen und Netzwerken. Sie vertritt Blindspots im Border Violence Monitoring Netzwerk (BVMN) und ist Teil des Stiftungsrats der Safe Passage Foundation.

Lisa Koerber ist Teil der Organisation No Name Kitchen und eine Koordinatorin für das Border Violence Monitoring Netzwerk (BVMN), ein Zusammenschluss verschiedener NGOs und Graswurzelorganisationen, die sich gegen Pushbacks und Grenzgewalt an den Europäischen Außengrenzen entlang der Balkanroute einsetzen. Sie ist zuständig für die Sammlung und Veröffentlichung von Augenzeugenberichten und hat selbst mehrere Monate im Grenzgebiet in Bosnien verbracht.

Die Veranstaltung wird moderiert von Johanna Scherf.

Die Veranstaltung findet als Hybrid-Veranstaltung statt. Bei der Anmeldung über diese Seite registrieren wir sie für die Teilnahme über Zoom.
Falls Sie in Präsenz in den Räumlichkeiten des Bildungswerks teilnehmen möchten, bitten wir um eine zusätzliche E-Mail an tietze@bildungswerk-boell.de. In unseren Räumlichkeiten gibt es eine begrenzte Teilnehmer*innenzahl von 20 Personen und es gilt die 2G+ Regel.

Die Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der deutschen Klassenlotterie.
Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Sprache
Deutsch