Sonntag, 13. Mai 2007 – Freitag, 18. Mai 2007 In meinem Kalender speichern

Studienseminar in Italien: Starke Frauen: Italienerinnen im Widerstand gegen deutsche Besatzung und Faschismus

Was viele nicht wissen: Von September 1943 bis Kriegsende war Italien durch deutsches Militär besetzt. Während dieser Zeit wurde das Land von nationalsozialistischem und faschistischem Terror beherrscht. Dagegen entwickelte sich ein immer stärker werdender Widerstand der italienischen Bevölkerung - die Resistenza.

Frauen hatten einen wesentlichen Anteil an der Resistenza, sie bildeten das Rückgrat der `Resistenza civile`, des zivilen Widerstands im alltäglichen Leben. Sie organisierten Protestkundgebungen und Streiks, sie verteilten Flugblätter und organisierten die Logistik des bewaffneten Widerstands. Als so genannte Stafetten transportierten sie schriftliche Nachrichten, Waffen und Munition und standen dabei dem Feind häufig Auge in Auge gegenüber. Sie kämpften auch mit der Waffe in Einheiten von Partisaninnen und Partisanen. Frauen sind für ihr antifaschistisches Engagement ins Gefängnis geworfen, gefoltert und ermordet worden. Überlebende Zeitzeuginnen berichten, dass ihre Erfahrung im Widerstand ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu ihrer Emanzipation war.

Im Vordergrund dieses Seminars stehen das Zusammentreffen und die Gespräche mit Zeitzeuginnen, die in der Resistenza in unterschiedlichen Rollen aktiv waren sowie mit Überlebenden des nationalsozialistischen und faschistischen Terrors. Es geht darüber hinaus um Informationen zum historischen Umfeld jener Epoche und um anregende Diskussionen. Das Seminar sucht Orte des historischen Geschehens und heutigen Gedenkens in Reggio-Emilia, Parma und in Venedig auf.

Die Veranstaltung richtet sich an Frauen, die historisch-politisch interessiert sind und sich mit der deutschen und der italienischen Zeitgeschichte und ihrer Gegenwartsbedeutung auseinander setzen möchten.