Vortrag

Montag, 02. Juli 2018 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Vortrag

Toxische Männlichkeiten

Zu den Verbindungen zwischen Pick Up-Szene, Männerrechtsbewegung und rechten/reaktionären Politiken

Der Pick-Up-Trend ist in den 1990er Jahren als Selbsthilfesubkultur entstanden: Verunsicherte Männer wollten sich mehr Selbstbewusstsein aneignen, um ihren Erfolg bei Frauen zu steigern. Das Modell entwickelte sich zunächst in den USA zum Riesengeschäft und produzierte eine Schar von Gurus und ‚Werken’. Diese betonen die evolutionsbiologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern und idealisieren stereotype Männlichkeitsattribute wie Stärke und Überlegenheit. Die Szene entwickelte bald eine antifeministische Stossrichtung und kam mit Büchern wie «Lob des Sexismus» auch in den deutschsprachigen Raum. Frauen und insbesondere Feministinnen wurden beschuldigt, Männer zu entmännlichen und kleinzuhalten. Bald ging es jedoch nicht mehr nur darum, Frauen zu verführen. Die Hypermännlichkeits-Community wurde auch zu einer Brutstätte rechtsnationaler Weltanschauungen und Akteure und spielt heute eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Radikalisierung junger Männer. Auch im deutschsprachigen Raum überschneidet sich aggressiver Maskulismus mit rechten Weltanschauungen und Akteuren (siehe Kemper und andere).

Im Vortrag werden die Klassiker der Pick-Up-Szene und deren Grundprämissen analysiert. Weiter wird nachgezeichnet, auf welche Weise sich die Community mit rechtsnationalen Ideologien und Politiken verschaltet. Im Anschluss an aktuelle Männlichkeitsforschung (Lorentzen, Meuser, Kemper uws.) eine zeitdiagnostische und geschlechtertheoretische Einschätzung von Maskulismus bzw. toxischen Männlichkeiten versucht.


Veranstaltungsort: Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, TU, MAR 2-4, Marchstrasse 23, 10587 Berlin

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Sprache
Deutsch
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