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Konferenz

Freitag, 02. Dezember 2016 08.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Konferenz

Tschernobyl – Wendepunkt oder Katalysator?

Umweltpolitische Praxen, Strukturen, Wahrnehmungen im Wandel (1970er – 1990er Jahre)

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einem Super-GAU. In der Folgezeit wurden die Risiken der Atomenergie breit diskutiert, bekam die Anti-Atom-Bewegung enormen Zulauf, mussten sich die AKW-Betreiber viele Fragen und neue Regelungen gefallen lassen.  

In der Bundesrepublik reagierte die Regierung auf die Katastrophe in der Sowjetunion. Sie richtete ein eigenständiges Umweltministerium ein, das erstmals die Kompetenzen für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bündelte.

Die Konferenz zielt darauf ab, Tschernobyl in den Kontext der Umweltpolitik einzubetten, die sich seit den 1970er Jahren entwickelte. Die Beiträge nehmen verschiedene Akteure in den Blick, die diese Politik maßgeblich gestaltet haben: die Zivilgesellschaft, die Umweltverbände, die Wirtschaft, die Medien.

  • Stellt das Reaktorunglück einen Wendepunkt in der Geschichte der Umweltpolitik dar mit gravierenden Einschnitten?
  • Oder beschleunigte die Katastrophe nur vorhandene und absehbare Entwicklungen?
  • Rückte der Unfall umweltpolitische Ziele verstärkt in den Vordergrund der politischen Debatte?
  • Stärkte dies die Umweltpolitik wirklich nachhaltig?
  • Veränderten sich die Wahrnehmungen von Umweltproblemen, politischer Mobilisierung, politischem Handeln und politischen Strukturen? Welche Rückwirkungen hatte die Reaktorkatastrophe auf die westdeutsche Parteienlandschaft, insbesondere auf die SPD und die Grünen?
  • Welche marktkonformen Lösungen diskutierten Politik und Wirtschaft, wie kamen nach 1986 die ökologische Modernisierung und die Energiewende voran? Welchen Anteil daran hatte die Explosion im ukrainischen Reaktor wirklich?

Die Wirkung von Tschernobyl war grenzüberschreitend.
Mit Beiträgen aus westeuropäischen Ländern (Schweden, Italien. Frankreich, Großbritannien, Belgien) und einem besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung in den ehemaligen Ostblockländern (die ehemalige Sowjetunion, Ukraine, DDR, Polen Litauen, Rumänien und Bulgarien) öffnet die Konferenz die Perspektive auf die transnationale Wirkungsgeschichte von Tschernobyl.

 

Hinweis: Die Veranstaltung wird als Livestream übertragen.

 

Teilnahmegebühren:
10 Euro, erm. 5 Euro. (Schüler/innen, Student/inn/en, Transferempfänger/innen)
Sie können den Teilnahmebetrag auf folgendes Konto überweisen:

Heinrich-Böll-Stiftung
DE34 1208 0000 4097 7111 00
Commerzbank AG, DRESDEFF120
Betreff: PB I01331_Tschernobyl
 

Fachkontakt:
Dr. Marianne Zepp
Referentin Zeitgeschichte
zepp@boell.de

Weitere Informationen

Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
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