- Mittwoch, 27. Oktober 2004 20.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Tübingen: Der Krieg im Schatten
Rußland und Tschetschenien
Seit fünf Jahren führt Rußland Krieg in
Tschetschenien. Die Welt schaut fort.
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Handelt es sich um einen "vergessenen
Völkermord des 21. Jahrhunderts "
(A.Politkowskaja) oder um einen
legitimen "Kampf gegen den Terror", wie
Präsident Putin behauptet? Angeblich 96 %
der tschetschenischen Bürger stimmten
2003 für eine im Kreml entworfene
Verfassung, gleichzeitig gehen die
brutalen "Säuberungen" weiter, weiten sich
die Anschläge tschetschenischer
Selbstmordkommandos aus. Proteste des
Europarats bleiben folgenlos.<br><br>
Ein Opfer des Krieges ist auch die
Zivilgesellschaft in Rußland. Nur noch
wenige Journalisten wagen kritisch zu
schreiben, Zeitungen und Fernsehkanäle
wurden geschlossen. Der Krieg, grausam
auf beiden Seiten, findet unter Ausschluss
der Öffentlichkeit statt.<br><br>
<b>Mit:</b><br>
<b>Alexander Tscherkassow</b>,
Vorstand der russischen
Menschenrechtsorganisation MEMORAIL,
spezialisiert auf die Krisenherde der
zerbrechenden Sowjetunion und die
Menschenrechtssituation in
Tschetschenien<br>
<b>Ekaterina Sokirjanskaja</b>,
Soziologin an der Universität Grosny<br>
<b>Jens Siegert</b>, Büroleiter der
Heinrich-Böll-Stiftung in Rußland, seit 1993
in Moskau Korrespondent für Zeitungen
und Radiosender