- Mittwoch, 23. Juni 2010 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Urbane Entwicklung durch Kunst?
veranstaltet von `Rosa Luxemburg Stiftung`
Kritische Auseinandersetzung zur Rolle der Kunst und Möglichkeiten städtischer Intervention im Umfeld einer neoliberalen Stadt. Reihe «Werkstatt Kritische Wissenschaft»
Kunst ist einem permanenten Funktionswandel unterworfen. Die zunehmende Ökonomisierung des Kulturbereichs definiert in einem top-down gesteuerten Prozess neue Aufgaben der Kunst/bzw. für KünstlerInnen im städtischen Verwertungsprozess. Vor allem dort wo soziale Infrastruktur, der öffentliche Dienst eingeschränkt und eine wettbewerbsorientierte Standortpolitik betrieben wird, soll Kunst und Kreativität kompensatorisch wirken. KünstlerInnen schaffen durch die Verwertung ihres kulturellen Kapitals neue Kreativräume, eine scheinbar lebendige Urbanität, Images und setzen in vernachlässigten Stadtquartieren Aufwertungsprozesse in Gang. Gleichzeitig bleiben KünstlerInnen aufgrund prekärer Arbeits- und Lebenssituationen als soziale Gruppe marginalisiert. Aber wie reagieren KünstlerInnen in dem Spannungsfeld zwischen öffentlichen Ansprüchen, Vermarktung, prekären Arbeitsverhältnissen und freier Entfaltung? Welche Formen von künstlerischen Praxen, Interventionen und Reaktionen sind im städtischen Kontext zu beobachten? Können dadurch Rückschlüsse bzw. politische Forderungen für eine andere urbane Entwicklung abgeleitet werden?