Mittwoch, 19. September 2012 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Urheberrecht und Netzfreiheit

Ein unlösbarer Widerspruch?

Die Informationsfreiheit im Internet wird unterschiedlich definiert. Während die AnbieterInnen darauf bestehen, für ihre eigene Arbeit (oder die ihrer Angestellten) angemessen entschädigt zu werden, fordern die NutzerInnen einen freien Zugang zu journalistischen und künstlerischen Werken. Bisher nehmen die Beteiligten das Problem in der Regel als unüberbrückbaren Widerspruch wahr. Für JournalistInnen kommen besondere Schwierigkeiten hinzu. So führen die Gewerkschaften gerichtliche Auseinandersetzungen mit den Verlagen darüber, welche Rechte mit der Veröffentlichung übertragen werden (AGB-Prozesse). Für die Gewerkschaft stellt sich die Frage: Stimmen die Vermarktungsinteressen der Unternehmen und der AutorInnen überein? Brauchen  JournalistInnen strafsanktionierte Marktmechanismen
oder sind andere Modelle nötig, um ein auskömmliches Einkommen zu garantieren? Wessen Aufgabe ist es, die Vergütung zu regeln und die Gebühren einzutreiben? Sind es die Verlage, die AutorInnen oder die Verwertungsgesellschaften?
Die NutzerInnen dagegen wollen sich Werke kostenlos verschaffen. Ihre Interessen beeinflussen sogar Parlamentswahlen, namentlich durch den Erfolg der Piratenpartei. Dennoch werden erste Versuche unternommen, einvernehmlich und ernsthaft eine Lösung mit den UrheberInnen anzustreben.