- Donnerstag, 11. Oktober 2007 10.15 – 11.15 Uhr In meinem Kalender speichern
Veus llunyanes - Kataloniens Wiederaneignung der Geschichte
Forum Dialog auf der Frankfurter Buchmesse
Mit:
Peter A. Kraus, Politologe, Universität Helsinki, Mitautor des Buches `Eine kleine Geschichte Kataloniens`
Ralf Fücks, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
Joan Saura, katalanischer Innenminister
Moderation:
Susanne Rieger, Mitarbeiterin der Iniciativa per Catalunya Verds
Katalonien darf sich seit der Annahme des Autonomiestatuts im Sommer 2006 als Nation bezeichnen. Zu einer Nation als einer „vorgestellten Gemeinschaft“ (Benedict Anderson) gehört immer auch ein kulturelles Gedächtnis als geteilte Verständigungsgrundlage.
Die einstige Unterdrückung durch das franquistische Regime bildet noch heute einen wichtigen Bezugspunkt für die katalanische Politik - quer durch die politischen Lager.
Immer neue historiographische Arbeiten deuten auf die Auswüchse des faschistischen Gewaltsystems, ausgehobene Massengräber rufen die erlittenen Gräueltaten ins öffentliche Bewusstsein zurück. Auch die Populärkultur arbeitet beständig im Modus des History Repeating:
Große Teile der Filmproduktion Spaniens in den letzen Jahren („Los Soldados de Salamina“, „El laberinto del fauno“) wären ohne die Reaktualisierung von erlebter Geschichte kaum denkbar. Zentrale Fragen der katalanischen Erinnerungspolitik beschwören immer wieder heftige Konflikte mit den konservativen Kräften Spaniens herauf:
Wie verfügbar ist die eigene Vergangenheit? Wie soll der fragmentierten und umkämpften Geschichte auf angemessene Weise gedacht werden? Wer besitzt die Deutungshoheit über das, was war?
Auch Deutschland kennt derlei Fragen an die Geschichte. In Spanien und Katalonien, wo auch das oscar-gekürte Stasi-Melodram „Das Leben der Anderen“ mit großem Erfolg in den Kinos läuft, beobachtet man den innerdeutschen Prozess der Selbstreflexion mit großem Interesse.
Die Heinrich-Böll-Stiftung und Fundació Nous Horitzons möchten deshalb im Rahmen des Forums Dialog einen produktiven Austausch über die Herausforderungen einer Erinnerungskultur initiieren. Denn hier wie dort kann Vergangenheit nicht stillgelegt werden, sondern äußert sich immer wieder, als Echo entfernter Stimmen - „Veus llunyanes“.
Peter A. Kraus, Politologe, Universität Helsinki, Mitautor des Buches `Eine kleine Geschichte Kataloniens`
Ralf Fücks, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
Joan Saura, katalanischer Innenminister
Moderation:
Susanne Rieger, Mitarbeiterin der Iniciativa per Catalunya Verds
Katalonien darf sich seit der Annahme des Autonomiestatuts im Sommer 2006 als Nation bezeichnen. Zu einer Nation als einer „vorgestellten Gemeinschaft“ (Benedict Anderson) gehört immer auch ein kulturelles Gedächtnis als geteilte Verständigungsgrundlage.
Die einstige Unterdrückung durch das franquistische Regime bildet noch heute einen wichtigen Bezugspunkt für die katalanische Politik - quer durch die politischen Lager.
Immer neue historiographische Arbeiten deuten auf die Auswüchse des faschistischen Gewaltsystems, ausgehobene Massengräber rufen die erlittenen Gräueltaten ins öffentliche Bewusstsein zurück. Auch die Populärkultur arbeitet beständig im Modus des History Repeating:
Große Teile der Filmproduktion Spaniens in den letzen Jahren („Los Soldados de Salamina“, „El laberinto del fauno“) wären ohne die Reaktualisierung von erlebter Geschichte kaum denkbar. Zentrale Fragen der katalanischen Erinnerungspolitik beschwören immer wieder heftige Konflikte mit den konservativen Kräften Spaniens herauf:
Wie verfügbar ist die eigene Vergangenheit? Wie soll der fragmentierten und umkämpften Geschichte auf angemessene Weise gedacht werden? Wer besitzt die Deutungshoheit über das, was war?
Auch Deutschland kennt derlei Fragen an die Geschichte. In Spanien und Katalonien, wo auch das oscar-gekürte Stasi-Melodram „Das Leben der Anderen“ mit großem Erfolg in den Kinos läuft, beobachtet man den innerdeutschen Prozess der Selbstreflexion mit großem Interesse.
Die Heinrich-Böll-Stiftung und Fundació Nous Horitzons möchten deshalb im Rahmen des Forums Dialog einen produktiven Austausch über die Herausforderungen einer Erinnerungskultur initiieren. Denn hier wie dort kann Vergangenheit nicht stillgelegt werden, sondern äußert sich immer wieder, als Echo entfernter Stimmen - „Veus llunyanes“.
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin