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Podiumsdiskussion

Mittwoch, 11. Oktober 2023 20.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Vom Geist der Revolution verfolgt

Ägypten zehn Jahre nach al-Sisis Machtergreifung

Die Forderungen nach Demokratie, Menschenrechten und Würde haben im Januar 2011 hunderttausende Ägypter*innen auf die Straße getrieben. Ihr Protest führte zum Rücktritt des langjährigen Diktators Hosni Mubarak. Die Hoffnung auf eine demokratische Transition des Landes wurde jedoch durch den Militärputsch, mit welchem Abd Al-Fattah al-Sisi im Sommer 2013 die Macht im Land an sich riss, zerstört.

Versprochen hatte er Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und ein besseres Gesundheits- und Bildungssystem, doch zehn Jahre nach al-Sisis Machtergreifung steht das Land schlechter da als je zuvor: die Menschenrechtssituation im Land ist so prekär wie unter keinem der vorherigen Präsidenten, in ägyptischen Gefängnissen sitzen 70.000 politische Gefangene in Haft, die Räume für zivilgesellschaftliche Arbeit schrumpfen immer weiter und die ägyptische Wirtschaft steht am Rande des Kollapses.

Und doch wird das gesamte politische Spektrum vom Geist der Revolution verfolgt, argumentiert Dr. Dina Wahba in ihrem Buch „Counter Revolutionary Egypt From the Midan to the Neighbourhood: Die während der Revolution entstandenen politischen und gesellschaftlichen Strukturen und Netzwerke, ebenso wie die Solidarität, beeinflussen noch immer stark das Handeln politischer Akteur*innen in Ägypten. Während al-Sisis Regime mit seiner repressiven Politik genau diese Strukturen zerschlagen möchte, prägt die Erinnerung an die Revolution auch das Vorgehen von Regimekritiker*innen.

Nachdem Dr. Wahbas die Ergebnisse ihrer Forschung darlegt, diskutieren wir, welche Lehren aus Revolution und Konterrevolution folgen, wie Zukunftsvisionen für Ägypten aussehen, und wie eine werteorientierte europäische und deutsche Ägyptenpolitik gestaltet werden kann.

Mit:

  • Mohamed Amjahid (Journalist und Autor, Berlin)
  • Max Lucks (Mitglied des Deutschen Bundestages, Obmann im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Bündnis 90/Die Grünen, Berlin)
  • Leslie Piquemal (Senior EU Advocacy Representative, Cairo Institute for Human Rights Studies (CIHRS), Brüssel)
  • Anna Schwarz (Referentin Nordafrika, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin)
  • Dr. Dina Wahba (Postdoctoral Researcher, Freie Universität, Berlin)

Sprache: Englisch/Deutsch, simultan verdolmetscht

Information: Anna Schwarz, Referentin Nordafrika, Heinrich-Böll-Stiftung, E-Mail, schwarz@boell.de

Veranstaltungsort: Refugio Berlin, Lenaustraße 3, 12047 Berlin  

 

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Deutsch
Englisch
Simultanübersetzung