- Samstag, 03. September 2022 13.00 – 16.30 Uhr In meinem Kalender speichern
VOM WALDBAU AUF NATÜRLICHER GRUNDLAGE!
oder: Warum sich vielförmige Forstwirtschaft in strukturreichem Laub-Nadel-Mischwald als resilient in der Klimakrise beweist.
EINE EXKURSION ZU DEN ERDMANNWÄLDERN
MIT MARCO BECKER, LEITER DER REVIERFÖRSTEREI ERDMANNSHAUSEN.
Die Wälder im Landkreis Diepholz leiden unter den Folgen des immer deutlicher werdenden Klimawandels. Aber, die Klimakrise allein ist nicht schuld am neuen Waldsterben, auch waldbauliche Fehler und manches Mal fehlendes Eingreifen der Politik begünstigen die massiven Schädigungen. Die Wälder leiden unter Artenarmut bis hin zu Monokulturen, durchschnittlich viel zu geringem Lebensalter der Bäume, maschineller Bodenverdichtung, Entwässerung und mehr.
Die Erdmannwälder als Teil der Niedersächsischen Landesforsten sind Deutschlands «Waldgebiet des Jahres 2022». Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hat das ausgewählte Waldgebiet als ein vielfältiges Mehrgenerationenhaus mit exotischen Einsprengseln charakterisiert. Das hat natürlich seine Gründe. Die naturnah bewirtschafteten sogenannten Erdmannwälder haben die Klimaschäden der vergangenen vier Jahre - Stürme, Dürre und Käferbefall - nahezu unbeschadet überstanden. Die Erdmannwälder geben wichtige Hinweise, wie klimaresiliente Wälder in Zukunft aussehen sollten. Benannt wurden sie nach dem früheren Oberförster Friedrich Erdmann (1859-1943), der 1892 den Angaben zufolge viele kränkelnde Kiefernwälder vorfand. Er begann mit einem überaus vorausschauenden und einmaligen Waldumbau: Er ließ Buchen, Eichen und Weißtannen säen und pflanzen und sorgte für eine bessere Humusbildung der Waldböden. Douglasien, Küstentannen, Lärchen, Roteichen und Exoten wie Esskastanie und sogar Orientbuche folgten. Buchen waren das Grundgerüst seines Waldumbaus. „Seit 130 Jahren haben hier vier Generationen von Forstleuten – beginnend mit Oberförster Erdmann – Wälder aufgebaut, die durch kahlschlagfreie Mischwaldstrukturen, Baumartenvielfalt, Altersdurchmischung sowie Bodenpfleglichkeit und natürliche Baumverjüngung beispielgebend für moderne Waldbauprogramme waren und sind“, begründet der BDF-Bundesvorsitzende Ulrich Dohle die Wahl.
Unsere Exkursion wird sich damit beschäftigen, warum sind gerade die Erdmannwälder perspektivisch für die Herausforderungen des Klimawandels besser aufgestellt. Wie ist das mit dem Flair und der Schönheit dieser Wälder?
Der neue Revierförster Marco Becker wird die bunten und vielfältigen Wälder, ihre Besonderheiten und Vorteile in der Bewirtschaftung vorstellen und erklären und uns kreuz und quer durch die Wälder führen. Er wird von alten Baumarten und Waldgeschichten erzählen und über die enorme Herausforderung des vorsorgenden Waldumbaus berichten.
Treffpunkt ist das Waldpädagogikzentrum Hahnhorst, Schachtstraße 166, 27252 Schwaförden.
Wichtig ist, dass Sie bitte Fahrräder mitbringen. Wer mag und lange Radtouren liebt, kann gleich mit dem Rad nach Schwaförden kommen. Um der Vielfalt und der Größe der Erdmannwälder gerecht zu werden und um möglichst viel zu sehen, werden wir uns in den Erdmannwäldern mit dem Fahrrad bewegen.
Beginnen werden wir unsere Exkursion mit einer inhaltlichen Einführung durch Revierförster Marco Becker und dem obligatorischen Suppentopf auf dem Freigelände des Waldpädagogikzentrums. Wer insgesamt mit dem Fahrrad kommt, kann sich also auf eine ausführliche Mittagspause freuen. Anschließend geht es dann in den Wald. Interessierte, radelnde Kinder sind herzlich willkommen.
Die Veranstaltung wird unter den aktuell gültigen Coronaregeln durchgeführt. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt.
Die verbindliche Anmeldung ist zur Planung erforderlich!
Rückfragen an Michael Röder: michael.roeder@vnb.de
Hinweis: das Ende der Veranstaltung wird mit 16:30h kalkuliert. Möglicherweise dauert die Exkursion etwas länger, je nach Interesse und Gesprächsbedarf.
Veranstalter*innen und Förderung:
Eine Veranstaltung des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. in Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen.
Die Veranstaltungsreihe Suppentopf-Palaver findet im Rahmen des Bundesprogramms „MITEINANDER REDEN“ statt, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.
- Adresse
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▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
- Teilnahmegebühren
- kostenfrei, um eine Spende für den Suppentopf wird gebeten.