Diskussionsabend
- Montag, 20. April 2026 16.00 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Von Buenaventura bis Berlin
Kokain und Korruption zwischen Lateinamerika und Deutschland
Die transnationale organisierte Kriminalität (TOK) zählt in Lateinamerika zu den größten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedrohungen für Gesellschaft, Staat, Umwelt und Entwicklung. Immer neue Formen krimineller Governance untergraben die Legitimität demokratischer Institutionen und Entscheidungsprozesse. Nährboden hierfür sind Korruption, strukturelle Ungleichheit, mangelnde wirtschaftliche Perspektiven sowie begrenzte soziale Aufstiegsmöglichkeiten.
Eine wirksame Politik zur Eindämmung von TOK einen ganzheitlichen Ansatz, der innen-, außen- und entwicklungspolitische Perspektiven zusammenführt und menschliche Sicherheit in den Mittelpunkt stellen. Eine solche strategische Ausrichtung steht im Gegensatz zur Sicherheitsstrategie der zweiten Trump-Administration, die auf militärische Lösungen setzt. Dabei droht die Gefahr, dass der Kampf gegen die Organisierte Kriminalität politisch instrumentalisiert wird, um völkerrechtswidrige militärische Interventionen in der westlichen Hemisphäre zu legitimieren.
TOK stellt längst auch in Deutschland und Europa ein akutes Risiko für menschliche Sicherheit dar. Neben dem Drogenhandel zählen Menschenhandel, Zwangsprostitution, Umwelt- und Waffenkriminalität sowie Cybercrime zu den zentralen Einnahmequellen. Die daraus entstehenden Waren- und Finanzströme gelangen über hochgradig effiziente Lieferketten nach Europa. Gleichzeitig gewinnen kriminelle Netzwerke zunehmend Einfluss auf legale Wirtschaftsstrukturen, insbesondere via Geldwäsche.
Wie strukturieren sich die Lieferketten bzw. Routen von Lateinamerika bis nach Deutschland und welche gesellschaftlichen Dynamiken treiben sie an? Diese Analyse trägt dazu bei, Gegenmaßnahmen angesichts der akuten Kokainschwemme in Deutschland zu identifizieren. Im Fokus stehen die Schnittstellen zwischen staatlichen und kriminellen Strukturen anhand von Beispielen aus Kolumbien, Brasilien und Deutschland sowie die Rolle von Zoll und Häfen.
16:00 - 16:30 Uhr Begrüßung:
- Dr. Imme Scholz, Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung
- Jonas Wipfler, Leitung Repräsentanz Berlin des Bischöflichen Hilfswerks Misereor e.V.
Keynote:
- José Luis Caballero Ochoa, Vize- Präsident der Interamerikanischen Menschenrechtskommission
16:30-18:00 Uhr Diskussion mit:
- Diana Salinas, Cuestión Publica, Kolumbien
- Victor Vidal, ehem. Bürgermeister von Buenaventura und Proceso Comunidades Negras (PCN), Kolumbien
- Carolina Grillo, Studiengruppe zu neuen Formen der Illegalität – Fluminense Universität, Brasilien
- Benedikt Strunz, NDR, Deutschland
- Vertreter*in, Abteilung „Schwere und Organisierte Kriminalität“, Bundesministerium des Innern (tbc)
Moderation: Regine Schönenberg, Büroleitung Rio de Janeiro, Heinrich-Böll-Stiftung,
18 Uhr Empfang
Kontakt:
Victor Souza
Referat Lateinamerika
Heinrich Böll Stiftung
E souza@boell.de
» Teilnahme vor Ort
im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Bitte melden Sie sich an. Die Anzahl der Plätze ist leider begrenzt. Sollte die Raumkapazität erschöpft sein, übertragen wir die Konferenz per Video in andere Räume. Wir weisen darauf hin, dass kein Anspruch auf einen Platz im Saal besteht.
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» Auf dem Weg zur Barrierefreiheit
In der Heinrich-Böll-Stiftung bemühen wir uns um den stetigen Abbau von Barrieren. Ob bei uns im Haus, bei der Veröffentlichung von Publikationen, oder bei Online-Veranstaltungen. Alle Informationen hierzu finden sich gebündelt unter folgendem Link: https://www.boell.de/de/auf-dem-weg-zur-barrierefreiheit
- Adresse
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Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
- Barrierefreiheit
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
- Sprache
- Deutsch
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