Donnerstag, 11. Oktober 2007 13.30 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Von humanisierter zu guter Arbeit - Menschengerechte Arbeitstgestaltung als Zukunftsaufgabe für Politik und Gewerkschaften

Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung

Von ihren Ursprüngen bis in die jüngste Vergangenheit waren die Politikprogramme zur Humanisierung der Arbeit ein Versuch, Arbeit im Wandel der Wettbewerbs- und Produktionsbedingungen menschengerecht zu gestalten. Der Anspruch, nicht nur die Innovationsfähigkeit der Unternehmen, sondern zugleich die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten zu verbessern, steht in erneuerter Form wieder auf der arbeitspolitischen Agenda, diesmal unter dem Label `Gute Arbeit`.
Arbeiten die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen hierzulande unter `schlechten` Voraussetzungen? Sicher nicht allerorts, aber zunehmende Belastungsvielfalt, Arbeitsintensivierung, Arbeit ohne Ende in arbeitsorganisatorischen Grauzonen sowie die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse sind kaum zu überhörende Nachrichten aus einer Arbeitswelt mit erheblichen Arbeitsbelastungen und hohem Verschleiß menschlicher Arbeitskraft. Die betrieblichen wie gesellschaftlichen Kosten dieser Entwicklung sind nicht nur unvernünftig, sondern die Aussicht, auf diese Weise den Wettbewerbsanforderungen zu begegnen, ist eher gering. Die Korrektur der Arbeitsbedingungen bleibt daher eine bemerkenswerte Zukunftsaufgabe. Politik und Gewerkschaften nehmen diese Herausforderung auch an, wie die richtungweisenden Konzepte, Initiativen und Projekte belegen, die zur guten, fairen oder einfach besseren Arbeit vorgelegt werden.

Die Veranstaltung hat sich zum Ziel gesetzt, die programmatischen Konturen und betrieblichen Handlungsoptionen guter Arbeit durch ein Interessenclearing zwischen Politik, Gewerkschaften, Betriebsräten und Unternehmern zu schärfen. Im Rahmen dieses Vorhabens soll der Blick auf unterschiedliche Kernprobleme gelenkt werden:

- die Neuwertigkeit des Ansatzes guter Arbeit, auch im Vergleich zur traditionellen sozialdemokratischen Humanisierungspolitik der vergangenen Jahrzehnte,

- die betrieblichen Gestaltungsfelder und die Umsetzungsperspektiven guter Arbeit in den Unternehmen,

- die nationale Strategiefähigkeit für gute Arbeit in der Globalisierung bzw. in einer europäischen Wertegemeinschaft.

Dieser Meinungs- und Erfahrungsaustausch über Leitbilder, strategische und operative Ziele wie Einzelmaßnahmen soll die aktuelle Debatte über gute Arbeit durch Sachargumente stützen, tragfähige Maßstäbe zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen erschließen und die arbeitspolitischen Wege zu einer Architektur von guter Arbeit dokumentieren.
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