- Mittwoch, 15. Juli 2009 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Wahlen in Afghanistan
Podiumsdiskussion
Hintergrund
Am 20. August 2009 ist die gesamte afghanische Bevölkerung aufgefordert, einen neuen Präsidenten zu wählen. Über 40 Kandidaten, darunter zwei Frauen, haben sich um das höchste Amt im Staat beworben. Obwohl an der Amtsführung von Präsident Hamid Karzai sowohl in Afghanistan als auch im Ausland immer mehr Zweifel laut werden, gilt er als aussichtsreichster Bewerber. Stärkste Konkurrenten sind der ehemalige Finanzminister Ashraf Ghani Ahmadzai sowie der ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah.
Befürchtungen, dass es im Zuge der Wählerregistrierung zu einer Welle von Gewalt kommen könnte, haben sich glücklicherweise ebenso wenig bewahrheitet wie die Annahme, nach Ende der formalen Amtszeit Karzais könnte ein Machtkampf ausbrechen. Dennoch zeichnen sich eine Reihe von Problemen ab: Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage war es einem Teil der afghanischen Bevölkerung nicht möglich, sich zu registrieren - ein Faktor, der auch die Stimmabgabe am Wahltag beeinträchtigen wird. Beobachter des Registrierungsprozesses dokumentierten Unregelmäßigkeiten, darunter Mehrfachregistrierungen, die bedenkliche Möglichkeiten zur Manipulation aufzeigen.
Das Vertrauen in demokratische Institutionen ist schwer beschädigt
Vielleicht am bedenklichsten ist jedoch die große Frustration in der afghanischen Bevölkerung: Viele sehen keinen Sinn darin, sich an den Wahlen zu beteiligen. Die Regierung hat es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen, und nur ein Bruchteil der internationalen Hilfen ist für die Bevölkerung sichtbar in Projekte geflossen, die ihre Lage verbessern. Dies hat das Vertrauen in demokratische Institutionen und den guten Willen der internationalen Gemeinschaft schwer beschädigt. Die Wahlen werden als abgekartetes Spiel der Karzai-Regierung, insbesondere mit den Amerikanern, gesehen, bei der die eigene Stimmabgabe keinen Einfluss hat. Da Demokratie von Partizipation lebt, von der Beteiligung der Bürger und ihrer Überzeugung, selbst Verantwortung übernehmen zu können, stellt diese Desillusionierung die Demokratisierung Afghanistans in Frage.
Vor diesem Hintergrund diskutieren ExpertInnen aus Afghanistan mit deutschen Afghanistan-Kennern die Realität des Wahlkampfes, die Folgen der Wahl für die weitere Entwicklung des Landes sowie die möglichen Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen Afghanistans
Mit:
Adela Mohseni, Frauenrechtsaktivistin, Kabul
Prof. Dr. Kabir Ranjba, Parlamentarier, Democratic Party of Afghanistan, Kabul
Sultan Karimi*, Direktor der Mediothek Afghanistan, Berlin and Kabul
Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Moderation: Andrea Fleschenberg, Universität Hildesheim
(* angefragt)
Am 20. August 2009 ist die gesamte afghanische Bevölkerung aufgefordert, einen neuen Präsidenten zu wählen. Über 40 Kandidaten, darunter zwei Frauen, haben sich um das höchste Amt im Staat beworben. Obwohl an der Amtsführung von Präsident Hamid Karzai sowohl in Afghanistan als auch im Ausland immer mehr Zweifel laut werden, gilt er als aussichtsreichster Bewerber. Stärkste Konkurrenten sind der ehemalige Finanzminister Ashraf Ghani Ahmadzai sowie der ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah.
Befürchtungen, dass es im Zuge der Wählerregistrierung zu einer Welle von Gewalt kommen könnte, haben sich glücklicherweise ebenso wenig bewahrheitet wie die Annahme, nach Ende der formalen Amtszeit Karzais könnte ein Machtkampf ausbrechen. Dennoch zeichnen sich eine Reihe von Problemen ab: Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage war es einem Teil der afghanischen Bevölkerung nicht möglich, sich zu registrieren - ein Faktor, der auch die Stimmabgabe am Wahltag beeinträchtigen wird. Beobachter des Registrierungsprozesses dokumentierten Unregelmäßigkeiten, darunter Mehrfachregistrierungen, die bedenkliche Möglichkeiten zur Manipulation aufzeigen.
Das Vertrauen in demokratische Institutionen ist schwer beschädigt
Vielleicht am bedenklichsten ist jedoch die große Frustration in der afghanischen Bevölkerung: Viele sehen keinen Sinn darin, sich an den Wahlen zu beteiligen. Die Regierung hat es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen, und nur ein Bruchteil der internationalen Hilfen ist für die Bevölkerung sichtbar in Projekte geflossen, die ihre Lage verbessern. Dies hat das Vertrauen in demokratische Institutionen und den guten Willen der internationalen Gemeinschaft schwer beschädigt. Die Wahlen werden als abgekartetes Spiel der Karzai-Regierung, insbesondere mit den Amerikanern, gesehen, bei der die eigene Stimmabgabe keinen Einfluss hat. Da Demokratie von Partizipation lebt, von der Beteiligung der Bürger und ihrer Überzeugung, selbst Verantwortung übernehmen zu können, stellt diese Desillusionierung die Demokratisierung Afghanistans in Frage.
Vor diesem Hintergrund diskutieren ExpertInnen aus Afghanistan mit deutschen Afghanistan-Kennern die Realität des Wahlkampfes, die Folgen der Wahl für die weitere Entwicklung des Landes sowie die möglichen Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen Afghanistans
Mit:
Adela Mohseni, Frauenrechtsaktivistin, Kabul
Prof. Dr. Kabir Ranjba, Parlamentarier, Democratic Party of Afghanistan, Kabul
Sultan Karimi*, Direktor der Mediothek Afghanistan, Berlin and Kabul
Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Moderation: Andrea Fleschenberg, Universität Hildesheim
(* angefragt)
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin