- Donnerstag, 03. September 2026 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Wahlen, Korruption und Gewalt – wer wird neuer Präsident in Brasilien?
Input, Audios und Bilder von Gudrun Fischer
Es ist Wahlkampf in Brasilien – bösartig geführt von Seiten der Rechten, ein wenig neutraler von Seiten der Linken. In ganz Lateinamerika sind rechte Präsidenten an der Macht, außer in Uruguay und Brasilien.
Am 4. Oktober – gegebenenfalls auch in einer nachfolgenden Stichwahl – wird sich entscheiden, ob Luis Inácio „Lula“ da Silva von der Arbeiterpartei PT das brasilianische Präsidentenamt behaupten kann, was in ganz Südamerika als wichtiges Zeichen gelten würde.
Die bremisch-brasilianische Rundfunk-Journalistin Gudrun Fischer gibt uns einen Monat vor der Wahl Einblick in den Wahlkampf und dessen Bedeutung. Sie berichtet, wie überall auf dem Kontinent, auch in Brasilien, rechte Politiker im Wahlkampf auf Korruption, Gewalt gegen Gegner_innen, fake news, und Verleumdungen setzen. Ein schreckliches Beispiel ist der Mord an der Stadtabgeordneten Marielle Franco in Rio de Janeiro vor mittlerweile acht Jahren. Erst in diesem Jahr wurden die Auftraggeber verurteilt: Es sind der damalige Polizeipräsident und zwei einflussreiche Politiker, die eng mit gewalttätigen Milizen in Rio de Janeiro verbunden sind.
Obwohl Lulas Kandidatur als Achtzigjähriger riskant erscheint, gilt er als der einzige linke Politiker mit Chancen auf einen Wahlsieg. Gudrun Fischer porträtiert ihn als Ausnahmeerscheinung: Er kommt aus der Arbeiter_innenschaft und der Gewerkschaftsbewegung, saß während der brasilianischen Militärdiktatur in den 70er Jahren im Gefängnis – ebenso 2018, als er vor letzten Wahl illegal verurteilt wurde.
Lula, sagt Gudrun Fischer, genießt großes Ansehen bei den eher Armen im Land. Wie durch ein Wunder schaffe er es, sich gegenüber den massiven Angriffen Trumps und seines aggressiven Gegners Milei in Argentinien zu behaupten.
Die Wahlumfragen sehen Lula knapp vor Flavio Bolsonaro, Sohn des vorherigen rechtsextremen Präsidenten. Wer gewinnt, hat das Mandat von 2027 bis Ende 2030. Falls Lula verliert bedeute das, sagt Fischer: „bye-bye Brasil, bye-bye Amazonasregenwald“.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
- Adresse
-
Villa Ichon
Goetheplatz 4
28203 Bremen
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Bremen
- Zugang
- Der Veranstaltungsort ist nur über Treppenstufen zugänglich