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Workshopreihe

Freitag, 13. November 2026 – Sonntag, 15. November 2026 In meinem Kalender speichern

Workshopreihe

Was bleibt ist die Erinnerung

Drei Wochenenden zur kritischen Bearbeitung der eigenen Familienerzählung über den NS

Was haben eigentlich meine Großeltern während des Nationalsozialismus getan? Diese Frage stellen sich viele Enkel:innen der Zeitzeug:innen des Nationalsozialismus im Laufe der Jahre. Doch die Informationen, die sie erhalten, sind meist spärlich oder lückenhaft, kaum mehr als Fragmente einer Erzählung. Mit dem Sterben der Zeitzeug:innengeneration bleiben von dieser Epoche in den Familien nicht mehr als ein paar Fotos aus dem Familienalbum und eben jene Erzählfragmente über den Alltag des „Russlandfeldzuges“ oder das beschwerliche Leben in zerbombten Städten. Diese meist mehr oder weniger harmlosen Anekdoten kontrastieren dabei scharf mit dem offiziellen Gedenken an die Opfer des NS und dem historischen Wissen über den Faschismus.

Nazihintergrund? Wir doch nicht!

In den allermeisten Familien bleibt der Eindruck, der Nationalsozialismus habe stets an einem anderen Ort und mit unbekannten Akteur:innen stattgefunden, man habe nichts tun können und versucht anständig zu bleiben. Dass dies angesichts der Massenbasis des Faschismus nur für einen kleinen Teil der Familienerzählungen zutreffen kann, mag Anlass sein, die eigene Familienerzählung kritisch zu hinterfragen.

Dieses Seminar soll die Gelegenheit geben, gemeinsam mit anderen die Erzählungen über den Nationalsozialismus in der eigenen Familie zu untersuchen, auf Widersprüche abzuklopfen, die eigenen Interessen darin sichtbar zu machen und ein kritisches Verhältnis zur eigenen Familienerzählung zu entwickeln.

Archivrecherche und Familienerzählungen

Nach dem Einstiegswochenende, wollen wir im zweiten Teil mit Hilfe einer angeleiteten Archivrecherche Daten und Fakten über die eigenen Großeltern ermitteln und mögliche Lücken in den Erzählungen herausarbeiten. Dabei orientieren wir uns an der Methode „Erinnerungsarbeit“ von Frigga Haug. Die Seminargruppe soll sich dabei im Sinne einer Forschungsgruppe gegenseitig unterstützen und einen Rahmen für die Auswertung der Untersuchung bieten. Der Verlauf der Recherche und die Auswirkungen eventueller Familiengespräche werden in einem dritten Seminarblock reflektiert, und geschaut wo und wie der Faschismus und einzelne Ideologiefragmente in der eigenen Familie gelebt und weitergegeben wurde.

Das Seminar richtet sich explizit an die Enkel:innen und Urenkel:innen von Familien, die während des NS Teil der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland waren. So genau dieses Seminar auf die Belange dieser Zielgruppe zugeschnitten ist, so wenig wird es den Anforderungen von Menschen gerecht, die Angehörige von Überlebenden des NS sind oder deren Familien während des NS nicht in Deutschland gelebt haben.

Referenten:

  • Daniel K. Manwire (Jhg. 1971) Biologe und Sozialpädagoge. Beschäftigt sich seit 2005 mit dem Thema Familienerzählungen zum NS, auch in der eigenen Familie. 2008 die Diplomarbeit zum Thema: Von der Schwierigkeit im Hause des Henkers vom Strick zu sprechen, zum intergenerationellen Sprechen deutscher Familien. Er ist unter anderem – wie Rainer Piatkowski – freier Mitarbeiter des Bildungsbüro Hamburg .
  • Rainer Piatkowski (Jhg. 1970) Sozialpädagoge. Der Besuch eines Seminares mit dem Titel „Opa war kein Nazi“ war 2005 Ausgangspunkt für das Interesse an dem Thema Familienerzählungen zum Nationalsozialismus. 2007 Diplomarbeit zum Thema: Verbrechen begegnen – Zum Umgang Sozialer Arbeit mit Erinnerungen an den Nationalsozialismus.

Ausführliches Programm 

Block I:
13.11. bis 15. November 2026 (Fr. ab 19:00 Uhr bis So. 13:00 Uhr)

Block II:
05. und 06.12. 2026 (Sa. ab 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr)

Block III:
15.01. bis 17. Januar 2027 (Fr. ab 19 Uhr bis So. 16 Uhr)

Die Anwesenheit an allen drei Wochenenden ist sinnvoll!

 

Anmeldung: bis zum 15. Oktober 2026.

Weitere Termine
Sa., 05 Dez. 2026 10.00 Uhr – So., 06 Dez. 2026, 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Fr., 15 Jan. 2027 19.00 Uhr – So., 17 Jan. 2027, 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
FAGö e.V.
Am Goldgraben 14
37073 Göttingen
Veranstalter*in
Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen
Teilnahmegebühren
70 € (Ermäßigung auf Anfrage) für das gesamte Seminar inklusive Getränke und Pausenimbiss.