Workshop Freitag, 27. September 2019 – Sonntag, 29. September 2019

Was ist...Kritische Theorie?

Jugendseminar

Datum, Uhrzeit
Fr., 27. Sep 2019, 17.30 Uhr  –
So., 29. Sep 2019, 15.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Die "Kritische Theorie", die manchmal auch "Frankfurter Schule" genannt wird, gehört immer noch zu den bekanntesten Ansätzen radikaler Gesellschaftskritik. Grob gesagt, umfasst sie die Gedanken von Intellektuellen wie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse, die diese vor, während und vor allem nach dem Holocaust formulierten, um das große Ganze radikal in Frage zu stellen.

Wir glauben, dass einige Ansätze der Kritischen Theorie nichts an Schärfe und Brisanz verloren haben und wollen diese zusammen mit Euch erneut diskutieren.

Eine der Ausgangssituationen der Philosophen der "Kritischen Theorie" ist das erschrockene Staunen darüber, dass eine Welt, die technisch im Stande wäre, tatsächlich Gutes zu schaffen, das Gegensätzliche anstrebt und in permanente Zerstörung umschlägt.

Die moderne Welt war auch für die Denker der Kritischen Theorie zunächst ein Fortschritt gegenüber jeder Zeit davor. Gleichzeitig stellten sie fest, dass die moderne Zivilisation mit der Mündigkeit und Freiheit des Menschen ungleich schärfere und totalere Mittel der Herrschaft entwickelte. Sie fragten sich: Besteht der Mensch nur noch als vereinzeltes Teil des falschen Ganzen? Was also ist das falsche Ganze, was wäre das richtige und wäre es ganz? Welche Möglichkeiten gibt es, sich für dieses "richtige" einzusetzen? Was ist das Gegenteil von "Kritischer Theorie" und was hat das eigentlich alles mit uns und heute zu tun?

Wir wollen versuchen aus verschiedenen Quellen und aus verschiedenen Richtungen zumindest einigen dieser vielen Fragen auf die Spur zu kommen. Dabei werden wir auf Adornos "Minima Moralia" sowie das Verhältnis der Kritischen Theorie zur Protestbewegung von 1968 Schwerpunkte legen. Für das Seminar braucht ihr keine Vorkenntnisse, solltet aber Lust auf Lektüre mitbringen.

Das Wochenendseminar richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre. Die Teilnahmegebühr versteht sich inklusive Übernachtung und Verpflegung.

Mit: Christian Puhlmann und Max Zeterberg

Max Zeterberg hat Geschichte und Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und promoviert nun in Kassel zu emanzipatorischer und antikapitalistischer Jugendarbeit.

Christian Puhlmann arbeitet im Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin