- Samstag, 22. September 2007 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Welche Kultur (en) braucht die Prignitz? Praktiken, Experimente und Perspektiven in Zeiten von Schrumpfungsprozessen
Wer versteht was unter Kultur? Was ist Alltagskultur im ländlichen Raum heute? Für welche Kultur gebe ich Geld aus? Wofür gibt die Region Geld aus? Was ist bewahrenswert, was reformbedürftig, was sollte wiederbelebt, was verabschiedet werden? Welche Kulturgüter geben einer Region ein unverwechselbares Gesicht, einen unnachahmlichen Geschmack, einen typischen Geruch? Einen lebenserhaltenden Rhythmus? Welche Impulse materieller, ideeller wie personeller Art braucht ländliche Entwicklung in der Gegenwart? Was wächst in den Wachstumskernen und was jenseits davon? Was sind Irrwege, Umwege oder Auswege? Fragen an eine gewachsene Kulturlandschaft wie die Prignitz und deren Bewohner, Einheimische wie Zugereiste. Die Zahl von Akteuren, die in einem dramatischen gesellschaftlichen Prozess des Struktur- und Wertewandels ihren individuellen oder kollektiven Lebensentwurf und Pioniergeist vielfältig einbringen, wächst. Ländliche und städtische Lebenswelten und –weisen mischen sich längst an Gartenzäunen wie in Kindertagesstätten oder den letzten Landgaststuben. Leere Räume (Kuhställe, Scheunen, Mühlen, Häuser, Kasernen, Schlösser ...) werden neu besetzt, wie mancher Acker oder auch Zwischenräume, in denen Begegnungen der neuen Art möglich werden. Differenzierte, spannende Entwicklungen, die neben alten Strukturen sich ihren Weg bahnen, vielschichtig, chaotisch, lebendig.
Das FORUM KULTUR will mit der Veranstaltung einen Diskussionsraum für Teilnehmer wie Referenten zu diesen Fragen eröffnen und ein Gespräch unter verschiedenen Akteuren aus unterschiedlichen Perspektiven anregen.
Referenten
Prof.Dr. Ulf Matthiesen
Regionalforscher und Raumplaner, Philosoph, Soziologe, Leiter der Forschungsabteilung Wissensmilieus und Raumstrukturen am Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner seit 1994; Autor und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen zum Schwerpunkt Raum- und Regionalentwicklungen und deren Auswirkungen auf Kultur, Wirtschaft, Bildung und Entwicklungen in Berlin/Brandenburg sind Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit. (siehe auch „nebenstrecke“ Nr. 27 und 28)
Nikola Bunke
Leiterin des Kulturbüros am Goethe-Institut in Berlin schrieb 2006 ihre Diplomarbeit am Institut der Stadt- und Regionalplanung zum Thema: „Wüstungen – Historisches Schreckbild oder neue Herausforderungen? Untersuchungen am Beispiel der Gemeinde Gumtow, Prignitz“
Karin Kostka
Stadt- und Regionalplanerin, Unternehmerin, RegioPlan Pritzwalk war mehrere Jahre im Auftrag des Landkreises mit der Planung von Infrastrukturmaßnahmen in der Region als ILE-Managerin (ILE- Integrierte Ländliche Entwicklung) beschäftigt im Rahmen von EU-Förderprogrammen.
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Brandenburg