Freitag, 28. März 2008 – Mittwoch, 02. April 2008 In meinem Kalender speichern

„Well played“ - 3. Arabisch-iranische Filmtage der Heinrich-Böll-Stiftung

PROGRAMMÄNDERUNGEN:

Eröffnung der Filmtage findet nunmehr
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am Freitag, 28.03.2008, statt.

Samstag, 29. März
TEHRAN HAS NO MORE POMEGRANATES, von Massoud Bakhshi, Dokumentarfilm, Iran 2007, 67 min, OmeU 

Dienstag, 1. April
CEASE FIRE von Tahmineh Milani, Spielfilm, Iran 2006, 110 min, OmeU

Der Blickwinkel, von dem aus dem wir in Deutschland und Europa die arabische Welt und den Iran betrachten, wird gelenkt von der Berichterstattung in den Massenmedien. Kriege, Konflikte und Gewalt, Frauenunterdrückung und -diskriminierung bestimmen die westliche Wahrnehmung der nahöstlichen Region. Daneben existiert auch weiterhin das Bild einer Phantasiewelt von Tausend und einer Nacht, von Reichtum und Großherzigkeit, von Weite und Reinheit der Landschaft, von Schönheit, Liebe und Schmerz. Dies sind jedoch nur kleine Ausschnitte von Realität und Traum der Gesellschaften, Kulturen und dem Alltag in der Region.

Well Played, die 3. arabisch-iranischen Filmtage der Heinrich-Böll-Stiftung, sollen - wie schon ihre Vorgänger - einen anderen Blick eröffnen auf die Lebenswirklichkeiten in der arabischen Welt und dem Iran. Ein Bild jenseits von Islamistischem Fundamentalismus und diktatorischen Regimen – jenen Themen, die in Europa üblicherweise mit dem nah- und mittelöstlichen Raum in Verbindung gebracht werden.

Die Heinrich-Böll-Stiftung möchte einen Ausschnitt des Facettenreichtums des arabischen und des iranischen Kinos präsentieren: Vom 28. März bis 2. April zeigen wir Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus dem Maghreb, dem Nahen Osten und dem Iran, begleitet von Diskussionen mit Filmschaffenden aus der Region. Die Gespräche mit dem Publikum sollen dazu einladen, die Inhalte der Filme, aber auch ihre Wahrnehmung und ihren Einfluss im Entstehungsland zu diskutieren und nachzuvollziehen.

Die Träume und Sehnsüchte der jungen Generation stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Filmbeiträge. Viele Jugendliche in der arabischen Welt sind beseelt von dem Wunsch nach Veränderung, nach freiem Leben, sozialer und beruflicher Entfaltung, nach Mobilität und Modernität – und werden doch immer wieder zurückgeworfen von den starren traditionellen und religiösen Regeln in ihrer Heimat, von Perspektivlosigkeit, Kriegserfahrung und Fremdbestimmung. Auf ihrer Suche nach Halt, Orientierung und Anerkennung entwickeln sie individuelle und kollektive Strategien, wie sie mit den beengenden Verhältnissen in ihren Ländern leben können.

Die Filme spiegeln diese kleinen Freiheiten: Sie sind geprägt von einer – dieser jungen Generation eigenen – Unbeschwertheit, zeigen feine Ironie, hintergründigen Humor und eine unerwartete Leichtigkeit, ohne an Tiefsinnigkeit einzubüßen. Sie blenden die Schattenseiten des Lebens nicht aus, geben ihnen viel Raum in ihren Erzählsträngen. Auch Tabus sprechen sie an, ohne diese aber platt und marktschreierisch zur Schau zu stellen.
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