Sonntag, 21. April 2013 11.00 – 12.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Weltausstellung Prinzenstrasse XXIII

Lesung und Gespräch: Zerreissproben Chinas

Ob die Realität in den Gefängnissen oder der Alltag hinter den Fassaden - Liao Yiwu ist Sammler von unterdrückten Stimmen, ist Zeitzeuge der Brutalitäten eines heftigen Fortschrittsmarsches geworden. Von keinem anderen Autor kann man mehr erfahren über die gegenwärtigen Widerspüche Chinas und zugleich über die Essenz der Globalisierung. Der Träger des diesjährigen Friedenspreises des deutschen Buch- handels Liao Yiwu im Gespräch mit Gastgeber Ilija Trojanow.
Liao Yiwu, geboren 1958 in der Provinz Sichuan, ist Dichter und Romanautor. Er wuchs als Kind von Eltern »ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis« in den Jahren der großen Hungersnot in China auf und schlug sich lange Zeit mit den verschiedensten Jobs als Tagelöhner durch. 1989 veröffentlichte er das epische Gedicht Massaker, in dem er das Blutbad auf dem Platz des Himmlischen Friedens anprangerte. Er wurde dafür vier Jahre lang inhaftiert und zum Teil schwer misshandelt. Sein Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser. Chinas Gesellschaft von unten wurde in China sofort nach seinem Erscheinen verboten. 2007 wurde Liao Yiwu vom unabhängigen chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis »Freiheit zum Schreiben« ausge- zeichnet. Im Mai 2011 wurde ihm von den chinesischen Behörden verboten, seine Werke im Ausland vorzutragen. Seit Juli 2011 lebt und arbeitet Liao Yiwu in Deutschland. 2012 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.
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