Workshop
- Samstag, 06. Juni 2015 14.00 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Weltweites Bienensterben: Wechselwirkungen zwischen industrieller Landwirtschaft, Artenvielfalt und nachhaltiger Nahrungsmittelproduktion
Vortrag und Workshop
Die Stadt ist deutlich besser als ihr Ruf...
...von den Imker*innen im Prinzessinnengarten lernen wir, dass das Land keineswegs nur der Ort unversehrter Natur ist. Die industrielle Landwirtschaft sorgt weltweit, vor allem in ländlichen Regionen, für einen Verlust an biologischer Vielfalt. Es fehlt an Nistplätzen, aber auch großflächige Monokulturen und massiver Einsatz von Pestiziden bedrohen die Honigbienen, aber auch die Waldbienen in ihrer Existenz.
In Deutschland hat sich die Anzahl der Bienevölker seit Anfang der 90er Jahren fast halbiert. Dabei gehören die Bienen schon seit 10.000 Jahren zu den wichtigsten Nutztieren des Menschen. Rund 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Biene als Bestäuberin angewiesen. Das aktuell häufig zu beobachtende plötzliche massenhafte Bienensterben, Fachausdruck: Colony Collaps Disorder, wird von der Fachwelt und den Imker*innen als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen. Zum Schutz unseres Ökosystems ist es nicht zuletzt deswegen wichtig, neuen Nachwuchs für das Imker*innenhandwerk zu gewinnen. Mit diesem Workshop möchten wir gerne Interesse für diese wichtige Aufgabe wecken.
Urbane Bienenzucht und Imkerei sind in den letzten Jahren auch in Großstädten populär geworden: Geimkert wird nicht nur auf dem Dach des Berliner Abgeornetenhauses, auch auf dem Berliner Dom sind 40.000 Bienen angesiedelt. In New York und Paris gibt es ähnliche Bewegungen. Die Bienen finden aufgrund der hohen Biodiversität, einer im Durchschnitt höheren Temperatur in Innenstadtbereichen und der hohen Verfügbarkeit von Blüten innerhalb des "Bienenjahrs", von April bis Juli, besonders günstige Lebensbedingungen in der Stadt. Das zeigt sich an vergleichsweise hohen Erträgen.
In diesem Workshop wollen wir uns gemeinsam über das Thema Bienen, ihre Bedeutung für unser Ökosystem und ihre heutigen Lebensbedingungen unterhalten. Dabei werden wir Erkenntnisse über die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft, unsere eigene Lebensumwelt und unser persönliches Verhalten gewinnen.
Programmablauf:
Im ersten Teil des Workshops werden wir gemeinsam mit Svenja Nette und Eike Kristina Barth durch den Prinzessinnengarten gehen und etwas über die Bienen und ihre wichtige Funktion als Bestäuberin von Obst- und Gemüsepflanzen erfahren. Danach werden wir eine kurze Pause mit Erfrischungsgetränken einlegen, um dann ganz praktisch einen Einblick in die Welt der Bienen zu erhalten. Dabei werden uns die beiden Imker des Prinzessinnengartens Rainer Kaufmann und Heinz Risse die Welt der Biene zeigen und erklären. Wir schauen uns die Frühlingsaktivität der Bienen an, die Imker erklären den Unterschied von wesensgemäßer zu konventioneller Bienenhaltung und erläutern den Arbeitskontext beruflicher Imker*innen, der bezeichnend ist, für die Auswirkungen der westlichen Agrarpolitik.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Treffpunkt ist um 14 Uhr im Prinzessinnengarten direkt am Moritzplatz U8, Prinzessinnenstraße 35-38, Eingang direkt am U-Bahnhof Moritzplatz.
Falls Sie einen barrierefreien Zugang zu der Verantsaltung wünschen, rufen Sie bitte an oder mailen Sie an:
Tanya Lazova, Tel.: 030/61280980, Email: lazova@bildungswerk-boell.de
Hintergrund des Workshops:
In Städten werden 75 % unseres Bedarfs an Ressourcen und Nahrungsmitteln verbraucht. Das Bild einer landwirtschaftlichen Idylle, das uns nicht selten von den Verpackungen in den Supermärkten anstrahlt, täuscht über die industriellen Produktionsbedingungen von Lebensmitteln und über die Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt hinweg. Der Prinzessinnengarten bietet einen Einstieg in die vielfältigen politischen Bedeutungsebenen sonst so alltäglich scheinender Dinge: Erde, Saatgut, Bienen, aber auch unser Stadtbild. Wir möchten in diesem Workshop einen Einstieg in ein Thema (> Bienen) geben, damit wir lernen den thematischen Rahmen und das praktische Handeln miteinander zu verbinden.
Lokal handeln - global denken. Mit diesem Leitgedanken wollen wir zu einem bewußten Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource Natur anregen.
Diese Veranstaltung wird mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert.
- Adresse
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Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Olivaer Platz 16
10707 Berlin
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
- Teilnahmegebühren
- frei