Urheber/in: HBS. All rights reserved.

Sonntag, 10. Juli 2022 16.30 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Weniger Gift für die Welt: Europäische Doppelstandards beim Export verbotener Pestizide

Vorstellung des Pestizidatlas und Vortrag

Der Pestizidatlas, den die Heinrich Böll Bundesstiftung dieses Jahr herausgegeben hat, liefert Fakten, Datenvisualisierungen und Hintergründe über die aktuelle Lage rund um Pestizide sowie für eine ökologische Wende in der Landwirtschaft. Mit einem Vortrag wollen wir auf globale Zusammenhänge rund um Pestizide blicken, insbesondere im globalen Süden, und auf die politische und wirtschaftliche Verantwortung Deutschlands und Europas beim Pestizidhandel hinweisen. 

"Es wird an vielen Orten der Welt in der Landwirtschaft gesprüht, was das Zeug hält, das vergiftet Böden und Wasser und wird durch Luftabtrieb auch auf angrenzenden Flächen verteilt. Das bedroht die Gesundheit von Mensch und Tier und verbaut den so dringend notwendigen agrarökologischen Umbau", sagt unser Referent Christian Russau, Mitarbeiter des in Berlin ansässigen Forschungs- und Dokumentationszentrums Chile-Lateinamerika (FDCL) und Vorstandsmitglied des Dachverbands der Kritischen Aktionär:innen. Er wird in seinem Vortrag auf das Beispiel Brasiliens fokussieren, um die Konsequenzen des massiven Agrarchemikalieneinsatzes in den ländlichen Regionen zu zeigen - dort wo Cashcrops wie Soja, Zuckerrohr, Kaffee oder Orangen für den Weltmarktexport unter massiven Pestizideinsatz produziert werden. Und er wird darlegen, wie das indigene und kleinbäuerliche Strukturen und die Biodiversität gefährdet. Auch welche Mitverantwortung wir hier in Deutschland tragen, wird Thema sein: Deutsche Konzerne wie Bayer und BASF zählen zu den größten Produzenten von Agrarchemikalien, verdienen in Brasilien kräftig mit am Pestizid-Geschäft und verkaufen dabei dort nicht wenige Pestizide mit Wirkstoffen, die in den EU schon längst verboten sind. Christian Russau wird zudem eingehen auf die anstehenden politischen Fragen eines deutschen Pestizidexportverbots, auf die drohenden Szenarien eines Abschlusses des EU-MERCOSUR-Freihandelsabkommens und welche Möglichkeiten sich uns als Konsument:innen bieten.

Die Veranstaltung findet auf der Wiese des Überlinger Weltackers statt, in der Hoffnung auf angenehme Witterung.

Zur Lektüre wird empfohlen: https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2020/11/Extraktivismus_und_Territorialkonflikte_in_Brasilien.pdf#page=29

Ort: Überlingen – Weltacker

Veranstaltung in Kooperation mit dem Überlinger Weltacker (BiNeLa gUG)

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühren
kostenfrei