Workshop
- Freitag, 09. Oktober 2026 16.00 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Wenn Gefühle auf Politik treffen
Emotionen als demokratische Praxis erforschen
In diesem Workshop untersuchen die Teilnehmenden, wie Demokratie und Embodiment zusammenwirken, um menschliche Verbindungen und sozialen Wandel anzustoßen. Unser Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Demokratie nicht nur ein politisches System ist, sondern auch ein Rahmen, der körperlich erlebt werden kann. Die Art und Weise, wie wir fühlen, stehen, atmen, sprechen, zuhören und reagieren, prägt unser Denken und Handeln in der Welt – und wie wir andere im täglichen Leben wahrnehmen und mit ihnen interagieren.
Kurze theoretische Einführungen aus Politikwissenschaft, Sozialpsychologie und Embodiment-Forschung bieten den Rahmen. Der Schwerpunkt des Workshops liegt jedoch auf dem eigenen Erleben. Die Teilnehmenden lernen, wie emotionale Reaktionen im Körper entstehen und die politische Wahrnehmung und das eigene Handeln beeinflussen. Gemeinsam werden wir untersuchen, wie sich verschiedene emotionale Zustände körperlich manifestieren – zum Beispiel Ohnmacht oder Einsamkeit – und wie sie gefühlt und in Energie, Klarheit und Absicht umgewandelt werden können. Durch Übungen, Selbstreflexionen und Perspektivwechsel werden die Teilnehmenden unmittelbar erfahren, dass sie nicht nur Beobachter*innen des politischen Lebens sind, sondern aktive Mitgestalter*innen, die sich in Resonanz mit sich selbst, anderen und der Welt bewegen.
Als Ergebnis erleben die Teilnehmende ihre eigene innere Stärke, ihren Gestaltungsraum, ihre (kollektive) Handlungsmacht sowie das Gefühl von Verantwortung und Verbundenheit, das weit über den Raum des Workshops hinausgeht.
Leitung
Dr. Nina-Kathrin Wienkoop ist promovierte Politikwissenschaftlerin und Ethnologin sowie Autorin, Trainerin, Beraterin und Dozentin im Bereich der politischen Bildung. Sie ist Vorstandsmitglied des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Berlin und Dozentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Ihre Leidenschaft sind Fragen des Wandels hin zu einer Gesellschaft, in der Vielfalt, Toleranz, Zusammenarbeit und sozialer Zusammenhalt aktiv gelebt werden. Ihre Fachkenntnisse konzentrieren sich auf kollektives Handeln, Demokratie, Protest und Staatsreform. Menschen miteinander zu verbinden, wissenschaftliche Erkenntnisse auf neue Art zu vermitteln und Menschen zu Veränderungen zu motivieren, das sind ihre Superkräfte.
Emily Poel ist eine in Berlin ansässige Embodiment-Praktikerin, Pädagogin und Beraterin. Seit über fünfzehn Jahren entwickelt sie körperbasierte Methoden, die untersuchen, wie Lernen, Denken, Kreativität und Handlungsfähigkeit grundlegend im Körper verankert sind. Derzeit konzentriert sich ihre Arbeit auf verkörpertes Lernen und den Wandel im Bildungswesen: Sie unterstützt Lehrkräfte, Schulleiter*innen und Schüler*innen dabei, Erkenntnisse aus der Embodiment-Forschung in den Lernalltag zu integrieren. Zusammen mit Guy Claxton ist sie Mitautorin des Buches „Bodies of Learning: How Embodiment Science Transforms Education“ (Routledge, 2026), das die Forschung zur verkörperten Kognition mit praktischen Ansätzen für Schulen verbindet. Als begeisterte Leserin liegt Emilys besondere Stärke darin, Theorie in die persönliche Praxis umzusetzen und so Möglichkeiten zu schaffen, in denen sich intellektuelle Einsichten und verkörpertes Bewusstsein gegenseitig stärken und bereichern.
Anmeldung: Da wir nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen anbieten können, bitten wir um eine verbindliche Anmeldung.
Ort: Saal der W3_, Nernstweg 32-24, Altona
Hinweis zur Teilnahme
Wir bemühen uns, unsere Angebote inklusiv und so barrierearm wie möglich zu gestalten. Sollten Sie Unterstützungsbedarf haben, wie z.B. Gebärdensprache, sprechen Sie uns gerne an! Der Veranstaltungsraum liegt im Hochparterre, der ist Zugang über einen Treppenlift möglich, eine barrierefreie Toilette ist vorhanden.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der W3_Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V..
Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.
Embodying Democracy ist eine gemeinsame Initiative von Emily Poel und Dr. Nina-Kathrin Wienkoop, die Erfahrungslernen und demokratische Kultur miteinander verbindet. Wir integrieren Erkenntnisse aus der Politikwissenschaft, Sozialpsychologie und dem Embodiment in sorgfältig konzipierte Übungen, in denen wir erforschen, wie Demokratie nicht nur als politisches System sich zeigt, sondern als gelebte, physische Erfahrung, die davon geprägt ist, wie wir uns in der Welt bewegen und miteinander umgehen. Durch Workshops unterstützen wir die Entwicklung von Vertrauen, Verbundenheit und kollektiver Handlungsmacht. Unsere Arbeit verbindet dabei verkörpertes Lernen, Demokratieforschung, Designansätze, Zukunftsforschung und sozialen Wandel – und stärkt demokratische Kompetenzen und Beziehungen.
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