Lesung und Gespräch
- Donnerstag, 11. Dezember 2025 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Wer sind die Krimtataren?
Cross-mediale Veranstaltungsreihe zur Geschichte, Kultur und Politik dieses Indigenen Volkes
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und das Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien (ICATAT) laden zu einer cross-medialen Veranstaltungsreihe zur Geschichte, Kultur und aktuellen menschenrechtlichen und politischen Lage der Krimtataren ein – einem der indigenen Völker der von Russland besetzen Krim. Zwischen dem 4. November und dem 11. Dezember 2025 werden Veranstaltungen in insgesamt neun Städten stattfinden.
In Kooperation mit der GfbV und dem ICATAT laden wir herzlich ein
zur Cross-Medialen Veranstaltung "Wer sind die Kirmtataren?" in Göttingen
Im Rahmen der Veranstaltung wird das neu erschienene Buch „Die Krimtataren, Geschichte, Kultur, Politik“ vorgestellt und Ausschnitte einer Dokumentarfilm-Serie über krimtatarische Spuren in Deutschland gezeigt. Die Krimtatarin, Autorin und Aktivistin Elnara Nurieva-Letova wird aus ihren Prosatexten lesen. Darin lässt sie uns an ihrer Suche nach Orientierung und Identität teilhaben und beschreibt, wie ihr eigenes Leben sich seit der Besetzung der Krim verändert hat. Krimtatarische Musiker werden die Veranstaltung zudem musikalisch rahmen. Im Anschluss gibt es die Gelegenheit des Austauschs mit den Künstlern sowie mit Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsarbeit der GfbV und Osteuropa-Expertin, und Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Leiter des ICATAT.
Wann? Donnerstag, 11.12.2025 um 19 Uhr
Wo? Paulinerkirche, Papendiek 14, 37073 Göttingen
Mit dabei in Göttingen sind:
Elnara Nuriieva-Letova ist krimtatarische Crossmedia-Aktivistin, Autorin und Publizistin. Vor ihrer Flucht von der Krim nach Kyjiw 2014 arbeitete sie in Simferopol als Projektleiterin für eine US-amerikanische IT-Firma. Durch ihre eigene Betroffenheit steigerte sich ihr Wunsch, als Journalistin aktiv zu werden. Seit 2019 lebt sie in Berlin. Elnara ist Projektleiterin bei CEMAAT, einer krimtatarischen öffentlichen Medien-Institution, junior fellow am ICATAT Deutschland, Koordinatorin bei der GfbV, sowie Stellvertretender Vorsitzender des Krim-Kulturzentrums KERMEN. Sie ist Co-Produzentin der Dok-Filmserie „СЛІДИ ЧАСУ“ (Spuren der Zeit) und Co-Autorin des Werkes „Die Krimtataren. Geschichte.Kultur.Politik“.
Sarah Reinke ist Leiterin der Menschenrechtsarbeit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Nach einem Studium der Osteuropäischen Geschichte, Slawistik und Amerikanistik sowie Supervision und Organisationsentwicklung war sie lange als Osteuropareferentin für die GfbV tätig, leitete dann als Geschäftsführerin die „Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V., die sich den Werten des Widerstands gegen den Nationalsozialismus verpflichtet fühlt. Als Osteuropa-Expertin der GfbV-Menschenrechtsarbeit liegen ihr heute verfolgte und bedrohte Minderheiten weltweit am Herzen sowie besonders die Prävention von Genozid und Vertreibungsverbrechen.
Dr. Mieste Hotopp-Riecke ist 1967 in der Hansestadt Gardelegen geboren. Besonders deutsch-tatarische Interkulturgeschichte, das von ihm geleitete Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien sowie seine zweite Muttersprache Plattdeutsch liegen ihm am Herzen. Seit 1984 ist er als Musiksammler, Turkologe und Publizist unterwegs, bis 1989 von Thüringen bis Usbekistan, seit der Wiedervereinigung Deutschlands vor allem zwischen Kurdistan, der Dobrudscha und Tatarstan. Er ist ehrenamtlicher Turkvölker- und Krim-Experte der GfbV seit 2005, Vizepräsident der Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG, Mitglied der Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeistudien, der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft sowie der Partei Bündnis 90 / Die Grünen. Vor dem jetzigen Werk “Die Krimtataren” waren seine letzten Veröffentlichungen Zweiheimisch. Die Erben des Paschas von Magdeburg. hirnkost, Berlin 2022, sowie Hiddensee und der Orient, hirnkost, Berlin 2024. Derzeit erarbeitet er Forschungsdesigns am Leibniz-Institut für Bildungsmedien „Georg Eckert“ in Braunschweig zu reziproker Akkulturation und Dekolonisierung anhand krimtatarischer Kulturartefakte und Bildungsmedien.
Dr. Elmira Muratova ist Postdoktorandin im DFG-geförderten Projekt „Sparking Events, Emotional Climates, and Cultural Identity Conflict Cascades“. Sie promovierte 2005 in Politikwissenschaften an der Taurida National University (Ukraine) mit einer Dissertation zur islamischen Wiederbelebung auf der Krim. Zuvor war sie außerordentliche Professorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an Institutionen wie der Universität Aarhus, der University of Kansas, dem University College London, der Humboldt-Universität und der Karls-Universität. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der Identität und Religion der Krimtatar*innen sowie ethnischen und religiösen Entwicklungen auf der Krim. Sie ist Autorin und Herausgeberin mehrerer Bücher. Podium Flensburg Göttingen.
Elias Lenz, Violine, Göttingen
Lenara Osmanova, Gesang, Berlin
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt vom Ukrainischen Institut Deutschland aus Mitteln des Auswärtigen Amtes, von der DELP-Stiftung sowie einem Bündnis krimtatarischer und deutschen Initiativen und NROs sowie in Kooperation mit den Heinrich-Böll-Stiftungen der Länder Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Alle neun Termine der Veranstaltungsreihe finden Interessierte hier (Website der GfbV).
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- Adresse
-
Paulinerkirche
Papendiek 14
37073 Göttingen
- Veranstalter*in
- Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen
- Sprache
- Deutsch