Wie interagiert die Straßenbahn mit der Bremer Innenstadt? Hier eine (etwas unterkomplexe) Antwort von 1964. Bild: Archiv, Freunde der Bremer Straßenbahn. Urheber/in: Freunde der Bremer Straßenbahn . All rights reserved.

Donnerstag, 02. Februar 2023 15.15 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Wie wird die Straßenbahn zum Treiber der Verkehrswende – und welche Zukunft hat sie in der Bremer Innenstadt?

Vorort-Erkundung (Spaziergang) & Vortrag mit Stephan Besier (Leipzig)

Treffpunkt Spaziergang: Domsheide, Kapitel 8 um 15:15, Aufbruch 15:30 – Der Spaziergang dauert ca. 1 ½ h

Vortrag: 18 Uhr in der Glocke, Domsheide 6-8, 28195 Bremen

In vielen Ländern Europas erlebt die Straßenbahn eine Renaissance: Sie trägt zu einem attraktiveren Nahverkehr und einer Belebung der Innenstädte bei. Nachdem sie vielerorts zugunsten der „autogerechten Stadt“ demontiert worden war, erwägen Städte wie Hamburg und Bremerhaven den Wiederaufbau ihrer Straßenbahn-Netze. Kiel hat diesen Schritt im November letzten Jahres bereits beschlossen.

Bremen hat seine Straßenbahn nie verloren, nun aber ist eine alte Debatte wieder aufgelebt: Die Straßenbahn in der Innenstadt wird als Hindernis für eine attraktive Innenstadt angesehen und soll weg aus der Obernstraße. Durch die Verlegung der Straßenbahn in die Martinistraße erhoffen sich die Befürworter*innen eine Belebung der Innenstadt. Zudem wird die Frage diskutiert, ob das hochfrequente Durchschneiden des Weltkulturerbe-Ensembles Rathaus/Marktplatz im Sinne einer vitalen Nutzung des historischen Stadtkerns ist, oder dieser entgegensteht.

Damit verbunden wäre allerdings auch die Verlegung einer der meistfrequentierten Haltestellen der Stadt aus der Fußgängerzone. Ob diese Maßnahme tatsächlich einen zwei bis dreistelligen Millionenbetrag wert und finanzierbar ist, wird von sowohl vom Verkehrsressort und als auch der BSAG in Frage gestellt. Vertreter*innen von Menschen mit Behinderung fürchten durch die Verlegung zusätzliche Barrieren für mobilitätseingeschränkte Menschen.

Einfach Einsteigen und die Heinrich Böll-Stiftung Bremen möchten zur Versachlichung in die Debatte beitragen und laden den renommierten Straßenbahnplaner Stephan Besier ein, mit uns das Gebiet rund um Martinstraße, Obernstraße und Domsheide zu begehen. Während des Spaziergangs und im anschließenden Vortrag wird Besier seine Gedanken, Ideen und Eindrücke mit uns teilen und anhand von Beispielen aus anderen Städten und Ländern aufzeigen, worin die Chancen und Möglichkeiten für die Gestaltung der Straßenbahn in der Bremer Innenstadt liegen. Im Anschluss gibt es für die Teilnehmenden die Möglichkeit Fragen zu stellen und mit dem Referenten zu diskutieren.

Zum Referenten:

Stephan Besier studierte von 1994 bis 2000 Raum- und Umweltplanung an der Technischen Universität Kaiserslautern und an der University of Strathclyde in Glasgow. Zwischen 2004 und 2009 war er als Projektleiter bei der IBV Hüsler AG, Zürich tätig und betreute vor allem Projekte in Deutschland und Italien. Seit 2009 selbständige Tätigkeit als Berater. Der Sitz des Büros ist seit 2016 in Leipzig. Er plant Nahverkehrs- und Straßenbahnprojekte in Deutschland (Erlangen, Kiel, Wiesbaden, München), Italien und Skandinavien und ist Mitglied in Expertengruppen in Deutschland und der Schweiz, die Planungsrichtlinien für den ÖPNV erarbeiten.

Im Zuge seines Schwerpunktes der Infrastrukturgestaltung und städtebaulichen Integration von Stadtbahnen bietet er einen interdisziplinären Ansatz für Infrastrukturgestaltung und städtebauliche Integration von Stadt- und Straßenbahnen und erarbeitet insbesondere Gestaltkonzepte sowie Projekte zum Straßenraum-Entwurf.

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Landesstiftung Bremen
Sprache
Deutsch