
Filmvorführung
- Sonntag, 11. Februar 2024 11.00 – 13.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Wiedersehen mit Brundibár
Dokumentarfilm und Filmgespräch mit Douglas Wolfsperger
Holocaust? Nicht schon wieder, das war in der Schule schon oft genug Thema! Das ist in etwa die erste Reaktion der Jugendtheatergruppe der Berliner Schaubühne, als klar wird, dass als nächstes die Kinderoper „Brundibar“ gespielt werden soll. Und tatsächlich sind die Hintergründe um „Brundibar“, uraufgeführt im Ghetto Theresienstadt, missbraucht von den Nazis, um der Welt gegenüber die Zustände im KZ zu verschleiern, keine leichte Kost. Als die Jugendlichen nach Theresienstadt reisen, geraten sie dort aber doch langsam in den Sog der Geschichte, die sie bisher so herzlich wenig interessierte. Das liegt nicht zuletzt an ihrer Mitreisenden Greta Klingsberg, einer charismatischen alten Dame aus Israel, die eine der wenigen Überlebenden der Originalbesetzung von „Brundibar“ ist und den Jugendlichen die Scheu vor den Schrecken der Vergangenheit nimmt. Schnell wird klar, dass sie mehr verbindet, als ihnen bewusst war, und zur „Brundibar“-Premiere in der Schaubühne sitzt Greta im Publikum, tief berührt von der Darstellung ihrer Freunde in „ihrem“ Stück.
Brundibár wurde in Theresienstadt über fünfzig Mal aufgeführt, zum letzten Mal im Oktober 1944. Die Aufführungen spielten im Propagandafilm Theresienstadt eine wichtige Rolle, da das kulturelle Engagement der Juden im Lager die scheinbare Idylle Theresienstadts unterstreichen sollte. Danach wurden fast alle Mitwirkenden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Greta Klingsberg ist eine der wenigen Überlebenden der Originalbesetzung.
Vor 79 Jahren wurde Auschwitz von russischen, ukrainischen und weiteren Soldat:innen der Roten Armee befreit. Der vor diesem Hintergrund geschaffene Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus ist zunehmend ein Anlass, angesichts des Sterbens der Zeitzeug:innen über die Weiterentwicklung der Erinnerungsarbeit nachzudenken.
Nach dem Film steht Douglas Wolfsperger für ein gemeinsames Gespräch zur Verfügung.
Hier finden Sie einen Trailer zum Film.
Ort: Zeise Kino, Friedensallee 7-9, 22765 Hamburg-Ottensen
Eintritt: Karten gibt es über das Zeise-Kino
Auszug der Pressestimmen zu WIEDERSEHEN MIT BRUNDIBAR
Wie kann man heute von der Nazi-Zeit erzählen, wie kann man junge Menschen an dieses Thema heranbringen? Dieser schöne Dokumentarfilm schildert einen sehr kreativen Versuch. Die Jugendtheater-Truppe der Berliner Schaubühne „Die Zwiefachen“ probt und spielt die Kinderoper „Brundibar“, die einst im KZ Theresienstadt aufgeführt wurde. Dabei lernen sie viel über diese Zeit, treffen die fesselnde Zeitzeugin Greta Klingsberg, die in Theresienstadt die Hauptrolle sang, überwinden Berührungsängste. Der Film dokumentiert diese bewegende Begegnung und berichtet von der großen Kraft der Kunst, die einst eine Überlebenshilfe war.
Knut Elstermann, rbb
"Wiedersehen mit Brundibar" ist ein leiser, bewegender Film. Nebenbei wirft er die großen Fragen des Holocausts auf: Wie konnte das passieren? Kann es wieder passieren? Was hätte ich getan? Auf eine andere Frage gibt er eine Antwort. Wie kann man noch heute vom Holocaust erzählen? Mit Filmen wie diesem.
DIE WELT / Miriam Holstein
Ein Film, der in die Seele fährt.
Schwäbische Zeitung
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