Donnerstag, 17. Mai 2007 – Montag, 28. Mai 2007 In meinem Kalender speichern

Will Eisner – Das Komplott

Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“ und mit der Rezeption dieser „Protokolle“ bis in die heutige Zeit.

Grundlage ist das Werk „Das Komplott“ des amerikanischen Comic-Zeichners Will Eisner, welcher in den vierziger und fünfziger Jahren durch seinen wöchentlichen „Spirit“-Comic über einen Superhelden ohne Superkräfte bei einem Millionenpublikum bekannt und für nachfolgende Generationen von Comic-Zeichnern zum großen Vorbild wurde.

In seinem letzten Werk erzählt Will Eisner in starken schwarz-weiß Zeichnungen die Geschichte der Hetzschrift „Die Protokolle der Weisen von Zion“.
1864 hatte der französische Schriftsteller Maurice Joly ein Pamphlet gegen Kaiser Napoleon III. verfasst, mit dem er die Methoden des französischen Herrschers zur Unterdrückung der Gesellschaft aufdecken wollte.
Doch knapp 30 Jahre später wurden seine Gedanken zweckentfremdet und russische Adelige nutzten Jolys Text als Vorlage für eine Hetzschrift gegen die Juden, die angeblich die Weltherrschaft anstrebten und eine Verschwörung planten. Die Adeligen hofften, dadurch den Modernisierungsbestrebungen in ihrem Land Einhalt zu gebieten und ihre Privilegien erhalten zu können. Der Plan gelang und mit der Verbreitung der Propagandaschrift kamen Tausende Juden bei Progromen um oder emigrierten in die USA.
Auch die deutschen Nationalsozialisten und der amerikanische Autofabrikant Henry Ford verbreiteten die Hetzschrift weiter und verbreiteten das Schauermärchen nach und nach auf dem gesamten Globus.

Noch heute wird das Schriftstück in vielen Teilen der Welt von Antisemiten als realer Erlebnisbericht und damit als Beleg für eine jüdische Weltverschwörung verwendet. In den letzten Jahren nahm die Verbreitung der „Protokolle“ in islamischen Ländern noch zu.
Gegenbeweise wie der Vergleich von Jolys und Golowinskis Version des Textes, den Historiker und Zeitungen wie die Londoner „Times“ bereits 1921 vorgelegt haben, werden von manchen Gruppen bis heute ignoriert.
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