- Samstag, 17. November 2007 17.00 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern
...wir kommen weit her und müssen weit gehen...
Lesung zum 90. Geburtstag
Textcollage mit Einspielungen aus dem “Canto di speranza” von Bernd Alois Zimmermann
„Fühlen bedeutet, in etwas involviert zu sein. Die Abschaffung des vermeidbaren Leides ist die primäre Aufgabe des Menschen von heute. Wir sollten das Leid in Schmerz verwandeln, um in der Sache der Menschheit involviert sein zu können.“ (Agnes Heller)
Heinrich Böll war in diese Sache stets involviert. Er hat sich eingelassen und eingemischt, nicht aus Besserwisserei, sondern weil er fähig war, in jedem Fall bis auf den menschlichen Grund zu schauen. Sein Blick war gelenkt von der Überzeugung, dass menschliches Leben erst in einer das Humane einlösenden Beziehung zu sich selbst, zum Anderen und zu Gott sich erfüllt. Jenes unversehrte Menschentum war die tiefste Motivation seines Schreibens.
Ein so strenges Maßnehmen war nicht bequem: für ihn nicht und nicht für die Anderen. Und so hat man sich häufig dem Anspruch mit einer Abwehrattitüde des Belächelns eines Moralisten entzogen. Die Frage: wo ist dein Bruder? bleibt aber stehen, über den konkreten Ansatz hinaus in andere historische Zusammenhänge transponiert, die danach rufen, sich als Antwort einzubringen. Die Kunst Heinrich Bölls verhilft dazu. Durch eine unverstellte, durch keinerlei Künstlichkeit verdeckte Aussage, deren Ästhetik sich in einer gelebten Ästhetik des Humanen erst rundet. Eine Zumutung an den Leser, aber diese Zumutung ist eine Äußerung des Respekts.
Lesung durch: Marita Breuer und Anja Laïs
Musik (Einspielung): Bernd Alois Zimmermann
Konzeption: Gerd Michael Herbig
„Fühlen bedeutet, in etwas involviert zu sein. Die Abschaffung des vermeidbaren Leides ist die primäre Aufgabe des Menschen von heute. Wir sollten das Leid in Schmerz verwandeln, um in der Sache der Menschheit involviert sein zu können.“ (Agnes Heller)
Heinrich Böll war in diese Sache stets involviert. Er hat sich eingelassen und eingemischt, nicht aus Besserwisserei, sondern weil er fähig war, in jedem Fall bis auf den menschlichen Grund zu schauen. Sein Blick war gelenkt von der Überzeugung, dass menschliches Leben erst in einer das Humane einlösenden Beziehung zu sich selbst, zum Anderen und zu Gott sich erfüllt. Jenes unversehrte Menschentum war die tiefste Motivation seines Schreibens.
Ein so strenges Maßnehmen war nicht bequem: für ihn nicht und nicht für die Anderen. Und so hat man sich häufig dem Anspruch mit einer Abwehrattitüde des Belächelns eines Moralisten entzogen. Die Frage: wo ist dein Bruder? bleibt aber stehen, über den konkreten Ansatz hinaus in andere historische Zusammenhänge transponiert, die danach rufen, sich als Antwort einzubringen. Die Kunst Heinrich Bölls verhilft dazu. Durch eine unverstellte, durch keinerlei Künstlichkeit verdeckte Aussage, deren Ästhetik sich in einer gelebten Ästhetik des Humanen erst rundet. Eine Zumutung an den Leser, aber diese Zumutung ist eine Äußerung des Respekts.
Lesung durch: Marita Breuer und Anja Laïs
Musik (Einspielung): Bernd Alois Zimmermann
Konzeption: Gerd Michael Herbig
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin